30 May 2026, 20:22

CDU-Politiker fordert strengere Regeln für Pflegekostenbeteiligung der Kinder

CDU will Kinder stärker in Kosten der Eltern-Pflegeheimfinanzierung einbeziehen

CDU-Politiker fordert strengere Regeln für Pflegekostenbeteiligung der Kinder

Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, schlägt schärfere Regeln für die Beteiligung erwachsener Kinder an den Pflegekosten ihrer Eltern vor. Er argumentiert, das aktuelle System ermöglichte es Familien, sich durch frühzeitige Vermögensübertragungen vor Zahlungen zu drücken – auf Kosten der Steuerzahler. Stegemann warnt, dass ohne Reformen die Beitragssätze bald steigen müssten.

Nach geltendem Recht müssen Kinder nur dann für die Pflege ihrer Eltern aufkommen, wenn ihr Jahreseinkommen 100.000 Euro übersteigt. Stegemann hält diese Grenze für zu hoch und plädiert für eine Absenkung. Viele Familien nutzten seiner Ansicht nach Schlupflöcher, indem sie Immobilien oder Geld Jahre im Voraus an ihre Kinder übertragen – unter Ausnutzung der Zehn-Jahres-Frist für Schenkungen.

Diese Praxis bezeichnete er als ein „Erbschutzmodell auf Kosten der Allgemeinheit“. Durch die frühzeitige Übertragung von Vermögen könnten Eltern Anspruch auf staatlich finanzierte Pflege erhalten, während die Kinder das Erbe behielten.

Der Politiker verwies zudem auf die wachsende finanzielle Belastung des Pflegesystems. Ohne Reformen drohe der Beitragssatz für die Pflegeversicherung bis 2030 auf 4,6 Prozent zu steigen. Für Kinderlose könnte er sogar auf 5,5 Prozent klettern, da immer weniger Menschen die Lasten tragen.

Stegemanns Vorschläge zielen darauf ab, die Lücken im aktuellen Finanzierungsmodell der Altenpflege zu schließen. Sein Plan sieht vor, dass mehr erwachsene Kinder zur Kasse gebeten werden, um die öffentlichen Haushalte zu entlasten. Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der steigende Pflegekosten die finanzielle Belastung für Arbeitnehmer in den kommenden Jahren weiter verschärfen dürften.

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