27 June 2026, 12:16

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein düsteres Porträt des ostdeutschen Niedergangs

Die große Versalzung

"Debritz" am Badischen Staatstheater: Ein düsteres Porträt des ostdeutschen Niedergangs

Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe: „Debritz“ zeigt den Niedergang Ostdeutschlands

Am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat ein neues Drama Premiere gefeiert, das im fiktiven Dorf Debritz spielt. Das Stück des Autors Kaleb Erdmann thematisiert schonungslos die harte Realität strukturschwacher Regionen in Ostdeutschland. Es entwirft das düstere Bild einer einst blühenden Salzabbau-Gemeinde, die durch den Klimawandel zu einer öden Einöde verkommen ist.

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Debritz wird als trostlose Provinz dargestellt – mit kargen Ernten, fehlender Industrie und einer schrumpfenden Bevölkerung, da junge Menschen wegziehen. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Peggy und Maik, die einzigen voll ausgearbeiteten Figuren, gespielt von Rebecca Seidel und Jannik Süsselbeck. Ihre Geschichte entfaltet sich vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Verwerfungen und ökologischen Verfalls.

Höhepunkt des Stücks ist eine grotesk-wuchtige Szene, in der Peggy und Maik die Siedlung in die Luft sprengen. Das Finale deutet eine postapokalyptische Zukunft an und fordert das Publikum auf, die gegenwärtigen Herausforderungen ernster zu nehmen. Regie führt Brit Bartkowiak mit einem mutigen, experimentellen Ansatz, der sich an Comic- und Pop-Ästhetik orientiert – und so die Energie des Ensembles unterstreicht sowie die Themen des Dramas verstärkt.

Die Inszenierung wirft ein Schlaglicht auf die Kluft zwischen Stadt und Land in Deutschland und die Folgen des Klimawandels für benachteiligte Gemeinschaften. Als Mikrokosmos gesellschaftlicher Probleme hinterlässt das Stück eine klare Botschaft: Die Dringlichkeit der Gegenwart erfordert unser Handeln. Die Premiere markiert einen bemerkenswerten Beitrag zum zeitgenössischen Theater, das sich mit realen Krisen auseinandersetzt.

Quelle