Deutsche Filmpreise: Wenders bereut Kinski-Szene – Die Mittagsfrau triumphiert mit zehn Lolas
José MartinDeutsche Filmpreise: Wenders bereut Kinski-Szene – Die Mittagsfrau triumphiert mit zehn Lolas
Eine umstrittene Szene aus Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung von 1975 stand im Mittelpunkt der diesjährigen Deutschen Filmpreise. Regisseur Wenders sprach das Thema offen während der Gala an, wo das Erbe des Films mit modernen Maßstäben kollidierte. Gleichzeitig feierte die Veranstaltung auch neue Talente, die mit mehreren Auszeichnungen bedacht wurden.
Die fragliche Szene zeigt die damals 13-jährige Nastassja Kinski mit freiem Oberkörper – eine Entscheidung, die Wenders heute bereut. Er gab zu, dass er sie heute nicht mehr so drehen würde, und warf eine grundsätzliche Frage auf: Kann man einen Film im Nachhinein ändern? Kinski selbst versucht seit Jahren, die Szene aus dem Film entfernen zu lassen.
Trotz der Kontroverse blieb die Stimmung bei der Gala gelassen, selbst als Kulturminister Wolfram Weimer mit separater Kritik konfrontiert wurde. Schnell rückte der Fokus auf die Preisträger: Mascha Schilinskis Die Mittagsfrau dominierte den Abend und gewann zehn Auszeichnungen, darunter die begehrte Goldene Lola für den besten Spielfilm.
Senta Berger wurde als beste Hauptdarstellerin in Ach, diese Lücken, diese schrecklichen Lücken geehrt. Lena Urzendowsky, die den Preis als beste Nebendarstellerin erhielt, nutzte ihre Dankesrede, um zu mehr Empathie und Solidarität in der Branche aufzurufen.
Die Preise würdigten sowohl etablierte als auch aufstrebende Filmschaffende, doch der Abend stand auch im Zeichen der Auseinandersetzung mit vergangenen Fehlern. Wenders’ Äußerungen unterstrichen die anhaltende Debatte über künstlerische Verantwortung und Einverständnis im Kino. Die Branche sieht sich nun mit der Frage konfrontiert, wie sie mit problematischen Inhalten aus früheren Epochen umgehen soll.






