03 April 2026, 02:21

Deutsches Projekt USE-G will Graphit-Lieferkette für Batterien revolutionieren

Liniengraph, der die erneuerbare Stromerzeugung in Zypern von 2010 bis 2022 zeigt, mit getrennten Linien für erneuerbare Energiequelle und Erzeugungsmenge.

Deutsches Projekt USE-G will Graphit-Lieferkette für Batterien revolutionieren

Neues Forschungsprojekt in Deutschland will Europas Graphit-Lieferkette für die Batterieproduktion revolutionieren

Das Vorhaben mit dem Namen USE-G vereint Industrie- und akademische Partner, um sauberere und nachhaltigere Methoden zur Graphitverarbeitung zu entwickeln. Mit einem Budget von 1,7 Millionen Euro zielt das Projekt darauf ab, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und gleichzeitig den Energieverbrauch sowie den Einsatz gefährlicher Chemikalien zu reduzieren.

Im Mittelpunkt von USE-G steht die Schaffung eines europäisch kontrollierten Prozesses für Graphit-Anoden, bei dem natürliche und recycelte Materialien kombiniert werden. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena leitet die Bemühungen, Graphit mithilfe von Chlorgas bei hohen Temperaturen zu reinigen – eine Methode, die im Vergleich zu aktuellen Verfahren umweltfreundlicher sein soll. Dr. Martin Oschatz überwacht diese Forschung, die darauf abzielt, herkömmliche, chemikalienintensive Reinigungsprozesse zu ersetzen.

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Das Unternehmen Northern Graphite stellt natürliches Graphit bereit und ist für das Mahlen, Formen und die Batterietests verantwortlich. Gleichzeitig gewinnt die H.C. Starck Tungsten GmbH Graphit aus recycelten Batterieabfällen – dem sogenannten "Black Mass" – zurück, um es wieder in die Produktion einzuführen. Die Rain Carbon Germany GmbH trägt zudem durch die Entwicklung nachhaltiger Kohlenstoffbeschichtungen zur Verbesserung der Anodenleistung bei.

Das Projekt wird Reinheits- und Leistungsstandards für sowohl natürliches als auch recyceltes Graphit festlegen. Sämtliche Arbeiten finden an deutschen Standorten statt, wobei die Finanzierung hauptsächlich vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie kommt. Ziel ist es, eine vollständig europäische Lieferkette aufzubauen und die Abhängigkeit von Importen aus China zu verringern, das derzeit den globalen Graphitmarkt dominiert.

Der Graphitmarkt hatte 2025 ein Volumen von 8,33 Milliarden US-Dollar und soll bis 2034 auf 15,28 Milliarden US-Dollar anwachsen. Europas Batterieindustrie ist stark von chinesischen Importen abhängig, auch wenn in Norwegen und den USA neue Kapazitäten entstehen. Dieses Projekt könnte Europa helfen, die eigene Versorgung mit hochwertigem Graphit für Elektrofahrzeugbatterien und Energiespeicher zu sichern.

Bei Erfolg wird USE-G eine nachhaltigere und unabhängige Graphitversorgung für die europäische Batterieindustrie ermöglichen. Die neuen Reinigungs- und Recyclingmethoden könnten die Produktionskosten senken und die Umweltbelastung verringern. Zudem werden die Ergebnisse Qualitätsstandards für Graphit setzen und die Region bei der Umstellung auf sauberere Energielösungen unterstützen.

Quelle