21 April 2026, 00:30

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung: Milliarden-Deal und mögliche Fusion mit Uniper

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung: Milliarden-Deal und mögliche Fusion mit Uniper

Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe, der ehemaligen Gazprom-Germania-Tochter, weiter voran. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen und steigender Gaspreise, die eine zügige Umsetzung erfordern.

Das Unternehmen verwaltet kritische Energieinfrastruktur, darunter Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung. Nach der ersten Finanzierungsrunde sollen weitere Maßnahmen wie der Verkauf von Anteilen oder ein Börsengang folgen.

Die deutsche Regierung muss ihren Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Eine Zerschlagung des Unternehmens wurde ausgeschlossen; stattdessen sollen die Kerngeschäfte während der Privatisierung zusammenbleiben. Gleichzeitig werden Gespräche über eine mögliche Fusion mit Uniper, einem weiteren großen deutschen Gasimporteur, geführt.

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Unterdessen hat die USA eine letzte einmonatige Ausnahmegenehmigung für Sanktionen gegen Naftna Industrija Srbije (NIS), den staatlichen serbischen Ölkonzern, verlängert. Das Unternehmen bleibt mehrheitlich in russischem Besitz, obwohl das US-Finanzministerium Gazprom Neft zuvor aufgefordert hatte, seine Anteile innerhalb von 45 Tagen abzugeben.

In einem anderen Teil Europas erwägt Moldau die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz. Dieser Schritt folgt einem anhaltenden Streit mit dem russischen Konzern Gazprom über Lieferverträge und Preise.

Die Privatisierung von Sefe markiert einen entscheidenden Wandel in der deutschen Energiestrategie. Angesichts schwankender Gaspreise und wachsender geopolitischer Spannungen bleibt der Zeitplan der Regierung für den Rückzug aus dem Unternehmen eng gesteckt. Künftige Schritte, darunter eine mögliche Fusion oder ein Börsengang, werden die Rolle des Unternehmens auf dem europäischen Energiemarkt prägen.

In Serbien verschafft die Verlängerung der US-Ausnahmegenehmigung NIS vorläufig Entlastung, doch langfristig könnten weiterhin Änderungen bei der Eigentümerstruktur erforderlich sein. Moldaus Bestrebungen, Moldovagaz zu verstaatlichen, unterstreichen zudem die Herausforderungen der Energiesicherheit in der Region.

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