Deutschland wirbt mit neuer Strategie um internationale Fachkräfte aus Hochschulen
Fatima TrubinDeutschland wirbt mit neuer Strategie um internationale Fachkräfte aus Hochschulen
Deutschland hat eine neue Strategie gestartet, um internationale Studierende als künftige Fachkräfte zu gewinnen und im Land zu halten. Der Zehnjahresplan (2024–2034) setzt auf Hochschulbildung als zentrale Lösung für den wachsenden Fachkräftemangel in Deutschland. Da bereits mehr als die Hälfte der ausländischen Studierenden in MINT-Fächern eingeschrieben sind, werden Universitäten zunehmend zum Dreh- und Angelpunkt der qualifizierten Zuwanderung.
Die Bundesregierung hat Maßnahmen ergriffen, um Absolventinnen und Absolventen aus dem Ausland den Berufseinstieg zu erleichtern. Das kürzlich verabschiedete Fachkräfteeinwanderungsgesetz vereinfacht den Übergang in den Arbeitsmarkt. Studien zeigen, dass diese Absolventen dreimal häufiger eine Anstellung finden als Migrantinnen und Migranten, die ausschließlich zur Arbeit nach Deutschland kommen.
Praktika, industriebezogene Forschungsprojekte und studiennahe Nebenjobs verbessern die Jobchancen deutlich. Studierende, die hingegen aus finanzieller Not nicht fachbezogene Tätigkeiten ausüben, haben es schwerer, später eine passende Stelle zu finden. Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle – selbst in englischsprachigen Positionen. Lediglich etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden haben verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan.
Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland mit einem Mangel von 148.500 MINT-Fachkräften kämpft. In den nächsten zehn Jahren werden voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Beschäftigte den Arbeitsmarkt verlassen. Internationale Studierende, die nach dem Studium bleiben, passieren ihre Karrierepläne oft an: 26 Prozent entscheiden sich für einen langfristigen Verbleib – das ist 1,6-mal häufiger als bei anderen Zuwanderergruppen.
Mit der Strategie für 2024 bis 2034 will Deutschland seine Position als führendes nicht-englischsprachiges Studienland ausbauen. Durch bessere Integrationswege hofft die Regierung, mehr internationale Absolventen dauerhaft in den Arbeitsmarkt einzubinden. Der Fokus auf MINT-Fächer und Sprachkompetenzen unterstreicht den dringenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften.






