Die Linke steht vor einem Führungswechsel – Pantisano als neuer Hoffnungsträger
Nikolaus FreudenbergerDie Linke steht vor einem Führungswechsel – Pantisano als neuer Hoffnungsträger
Die Linke bereitet sich auf einen Führungswechsel bei ihrem anstehenden Parteitag in Potsdam vor. Luigi Pantisano gilt als klarer Favorit, um Jan van Aken abzulösen, der nach einer kurzen, aber prägenden Amtszeit zurücktritt. Sein Abschied markiert das Ende einer Phase, in der die Partei deutlichen Zulauf verzeichnen konnte.
Van Aken verabschiedete sich mit seinem typischen Humor und einer Portion Dramatik. Bei seiner letzten Pressekonferenz zog er eine schwarze Kiste hinter einem Tisch hervor. Gegenüber Journalisten gab er zudem zu, dass er und die Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner die Medien zwei Jahre lang „an der Nase herumgeführt“ hätten.
Seine Amtszeit, obwohl kurz, hinterlässt Spuren. Gemeinsam mit Schwerdtner steigerte er die Umfragewerte der Linken von einst mageren 2–3 Prozent auf 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl im Februar 2025. Über 700.000 Wähler, enttäuscht von den Grünen, wechselten zur Linken – maßgeblich dank seines Engagements. Er lobte Schwerdtner für ihre „absolut herausragende Arbeit“ und die enge Zusammenarbeit.
Zusammen mit Heidi Reichinnek erweiterte van Aken die Anziehungskraft der Partei. Sie sprachen gezielt ältere Wähler an und stärkten die außenpolitische Stimme der Linken. Mit seiner Körpergröße von knapp zwei Metern war er eine auffällige Erscheinung – oft ragte er mehr als einen Kopf über Schwerdtner hinaus.
Nun blickt die Partei auf den Parteitag in Potsdam. Luigi Pantisano soll die Linke in ihre nächste Phase führen. Der künftige Vorsitzende übernimmt eine Partei, die unter van Akens Führung an Einfluss und Umfragewerten gewonnen hat.






