Dresden plant riesige Wärmeanlage mit Flusswasser für 45.000 Haushalte
José MartinDresden plant riesige Wärmeanlage mit Flusswasser für 45.000 Haushalte
Dresden plant eine neue 50-Megawatt-Wärmeanlage in der Nähe der Marienbrücke. Das Projekt nutzt Flusswasser, um Wärme für das städtische Fernwärmenetz zu erzeugen. Mit dem Baubeginn könnte in den kommenden Jahren gerechnet werden, der Betrieb könnte ab 2031 aufgenommen werden.
Die Anlage wird voraussichtlich etwa 2,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Fluss entnehmen. Die Wärme wird entzogen, und das Wasser wird etwa drei Grad kälter zurückgeleitet. Dieser Prozess wird die Gesamtwassertemperatur des Flusses nicht spürbar beeinflussen.
Nach der Fertigstellung soll die Anlage jährlich rund 300.000 Megawattstunden Wärme produzieren – genug, um bis zu 45.000 Haushalte zu versorgen. Die konstante Wassertemperatur des Flusses ermöglicht einen nahezu ganzjährigen Betrieb.
Das Vorhaben passt in Dresdens bestehendes Fernwärmenetz, das derzeit etwa die Hälfte der Haushalte der Stadt beliefert. Diese verbrauchen insgesamt 1,7 Millionen Megawattstunden Wärme pro Jahr. Die geschätzten Baukosten für die Anlage belaufen sich auf rund 92 Millionen Euro.
Auch andere deutsche Städte wie Köln und Bamberg setzen auf ähnliche Technologien mit Wärmepumpen, die Flusswasser nutzen. Der Standort nahe der Marienbrücke wurde wegen des Zugangs zum Fluss und zum Wärmenetz gewählt. Bei einer Inbetriebnahme 2031 würde die Anlage einen erheblichen Teil des Dresdner Wärmebedarfs decken. Die Technologie bietet der Stadt eine zuverlässige und nachhaltige Energiequelle.






