Dulger warnt: Deutschlands teures Gesundheitssystem braucht dringend Reformen
Nikolaus FreudenbergerDulger warnt: Deutschlands teures Gesundheitssystem braucht dringend Reformen
Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Er fordert dringende Reformen, um die steigenden Kosten für Arbeitnehmer und Unternehmen zu bremsen – während die Gesundheitsausgaben des Landes weiterhin die Qualität der Versorgung übersteigen.
Dulger betonte, Deutschland betreibe das teuerste Gesundheitssystem Europas, ohne jedoch vergleichbare Standards zu liefern. Allein die Verwaltungsausgaben der Sozialversicherung belaufen sich jährlich auf über 26 Milliarden Euro. Eine besondere Belastung stellt die monatliche Zahlung des Staates von 140 Euro pro Person an die Krankenkassen für Bezieher von Grundsicherungsleistungen dar – was ein jährliches Defizit von rund 10 Milliarden Euro verursacht.
Um die Situation zu entlasten, schlug Dulger mehrere Sofortmaßnahmen vor. Er forderte einen Ausgabenstopp, um weitere Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu verhindern. Zudem plädierte er dafür, dass Empfänger von Bürgergeld höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. Ein weiterer Vorschlag zielt auf die Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung für Ehepartner ab – eine Maßnahme, die dem System etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte.
Auch strukturelle Änderungen stehen zur Debatte. Dulger pocht auf den Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung echter Effizienzanreize. Darüber hinaus argumentiert er, dass Leistungen, die nicht versicherungsbasiert sind, künftig über Steuermittel statt über Sozialabgaben finanziert werden sollten. Diese Vorschläge kommen kurz vor dem Bericht der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag an die Bundesregierung übermittelt werden soll.
Ziel der Reformen ist es, die Beiträge zu stabilisieren und Ineffizienzen im System abzubauen. Falls umgesetzt, könnten sie die Finanzierungslast von der Sozialversicherung weg verlagern und die langfristige Tragfähigkeit sichern. Die nächsten Schritte der Regierung werden voraussichtlich von den Erkenntnissen der Kommission abhängen, die in den kommenden Tagen erwartet werden.






