18 June 2026, 12:23

Düsseldorf stoppt Opern-Neubau – Rostock rettet sein Volkstheater vor dem Abriss

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Opern-Neubau – Rostock rettet sein Volkstheater vor dem Abriss

Zwei große deutsche Theaterprojekte sind auf erhebliche Rückschläge gestoßen. Düsseldorf gab die Pläne für ein neues Opernhaus wegen explodierender Kosten auf, während in Rostock der Abrissvorschlag für das Volkstheater an Denkmalschutzauflagen scheiterte. Beide Städte überdenken nun ihre kulturelle Infrastruktur.

In Düsseldorf sollte ursprünglich das Nachkriegs-Opernhaus durch einen Entwurf des norwegischen Büros Snøhetta ersetzt werden. Doch die geschätzten Kosten stiegen auf 1,8 Milliarden Euro an, sodass die Stadt das Vorhaben stoppen musste. Das geplante Grundstück am Wehrhahn, für das die Stadt bereits 137 Millionen Euro aufgewendet hatte, fällt nun wieder in kommunalen Besitz zurück. Oberbürgermeister Stephan Keller schlägt stattdessen eine Modernisierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten vor – mit einem bescheideneren Budget von 400 bis 500 Millionen Euro. Das Frankfurter Büro raumwerk hatte zudem eine kostengünstigere Alternative vorgeschlagen: das Bonatz-Opernhaus mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln, um das Foyer zu erweitern und die Kapazität um 25 Prozent zu erhöhen.

In Rostock hatte die regierende CDU den Abriss des Volkstheaters zugunsten von Neubauwohnungen vorgeschlagen. Doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin stellte kürzlich große Teile des Gebäudes unter Schutz, was einen Abriss unwahrscheinlich macht. Das 1943 erbaute Volkstheater entwickelte sich später zu einer Ikone des ostdeutschen Modernismus und war 1965 Schauplatz der Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade. Trotz der Kontroverse läuft der Bau eines neuen Theaters durch das Berliner Büro Hascher Jehle bereits – die Kosten werden auf 208 Millionen Euro geschätzt.

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Die Ablehnung von Snøhettas Entwurf in Düsseldorf hat das Interesse an Deutschlands zurückhaltenden Nachkriegs-Theaterbauten neu entfacht und den Fokus von teuren Neubauten wegverlagert. Düsseldorfs Opernhauspläne konzentrieren sich nun auf die Aufwertung der bestehenden Struktur, während Rostocks Volkstheater unter Schutz steht und ein neues Theater bereits entsteht. Beide Entscheidungen zeigen die Herausforderungen, Modernisierung und Denkmalschutz in deutschen Kulturprojekten in Einklang zu bringen.

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