30 June 2026, 00:17

"Energyfish": Schwimmende Mini-Turbinen erobern den Rhein für sauberen Strom

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

"Energyfish": Schwimmende Mini-Turbinen erobern den Rhein für sauberen Strom

Energyminer hat eine kleine schwimmende Strömungsturbine namens „Energyfish“ entwickelt. Sie wird in Flüssen verankert, um aus der Strömung Strom zu erzeugen. Der erste großflächige „Schwarm“ aus 124 Einheiten wird derzeit in St. Goar am Rhein installiert.

Jede Energyfish-Einheit ist 2,8 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1,4 Meter hoch. Sie wiegt etwa 80 Kilogramm und erzeugt maximal 6 Kilowatt (kW), im Durchschnitt 1,8 kW. Laut Energyminer produziert eine einzelne Einheit jährlich rund 15 Megawattstunden (MWh), während ein Verbund aus 100 Turbinen etwa 1,5 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr liefern kann – genug für etwa 470 Haushalte.

Das System ist für den Dauerbetrieb unter allen Wetter- und Jahreszeitenbedingungen ausgelegt. Es widersteht Hochwasser, gefährdet keine Fische und erfordert nur minimalen Wartungsaufwand. Die Installation geht schnell vonstatten, und die Genehmigung sei einfacher als bei herkömmlichen Wasserkraftprojekten, so das Unternehmen. Zum vollständigen Aufbau gehören Arbeiten am Flussbett, Verankerungen, Kabel, Netzanschluss, Nutzungsrechte, Überwachung sowie ein Serviceplan für Bergung oder Instandhaltung.

Flüsse bergen jedoch Herausforderungen: Die Strömung schwankt je nach Jahreszeit, Hochwasser kann Treibgut mit sich bringen, Niedrigwasser reduziert die Leistung, und in kalten Regionen kann sich Eis bilden. Energyminer behauptet, die Energyfish sei für diese Bedingungen ausgelegt und liefere rund um die Uhr Strom. Das Unternehmen strebt einen stromgestehenden Preis von etwa 8 Cent pro Kilowattstunde an – bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von mindestens 8 Prozent über eine Projektlaufzeit von 20 Jahren.

Für abgelegene, dieselabhängige Gemeinden in der Nähe starker Flüsse könnte die Energyfish eine tragfähige Lösung sein. In netzgebundenen europäischen Regionen würde sie mit Solar-, Windenergie, Batteriespeichern, Lastflexibilität und Netzausbau konkurrieren.

Die Installation in St. Goar markiert die erste Großanwendung dieser Technologie. Sollten sich die Angaben von Energyminer bestätigen, könnte das System zuverlässigen, kostengünstigen Strom liefern. Seine Eignung hängt jedoch vom Standort ab – besonders abgelegene, flussreiche Regionen dürften davon profitieren.

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