Erlangen verbietet Partysongs beim Bergkirchweih wegen Sexismus-Vorwürfen
Nikolaus FreudenbergerErlangen verbietet Partysongs beim Bergkirchweih wegen Sexismus-Vorwürfen
Erlangen verbietet klassische Partysongs beim Bergkirchweih-Fest nach Sexismus-Vorwürfen
Die Stadt Erlangen hat eine Liste klassischer Partysongs für das diesjährige Bergkirchweih-Fest gesperrt – ausgelöst durch eine Beschwerde über sexistische Songtexte. Der Schritt erfolgte nach einer Prüfung durch Vertreter der Grünen, die bestimmte Lieder als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ fördernd einstuften. Bei fast einer Million erwarteter Besucher hat die Entscheidung unter Künstlern und Wirten eine kontroverse Debatte ausgelöst.
Der Streit begann im vergangenen Jahr, als eine Frau berichtete, auf dem Fest von aggressiven Männern begrapscht worden zu sein. Zudem kritisierte sie die gespielten Songtexte als beleidigend. Daraufhin verurteilte der Erlanger Stadtrat – unterstützt von CSU, Linken und SPD – 2021 Lieder, die als „frauenfeindlich“ oder diskriminierend eingestuft wurden.
Die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, prüften die Songs und erstellten eine offizielle Liste der verbotenen Werke. Selbst satirische Titel wie Skandal im Sperrbezirk landeten darauf. Künstler reagierten empört auf die Einschränkungen. Peter Wackel, dessen Hit Joana die Zeile Du geile Sau enthält, kritisierte den Beschluss scharf und behauptete, viele Musiker hätten nun „null Bock“, in Deutschland aufzutreten.
Auch Wirte zeigten sich skeptisch. Jürgen Thurnau, Frontmann der Spider Murphy Gang, verglich die Situation mit Zensur in der DDR. Trotz der Kritik hält die Stadtverwaltung an ihrem Beschluss fest, die Lieder in diesem Jahr vom Fest auszuschließen.
Das Verbot gilt für das Bergkirchweih 2024 und betrifft sowohl Künstler als auch Besucher. Noch ist unklar, ob Ersatzstücke die gesperrten Hymnen ersetzen werden. Die Diskussion spiegelt die wachsenden Spannungen zwischen Meinungsfreiheit und dem Bemühen wider, anstößige Inhalte bei öffentlichen Veranstaltungen einzudämmen.






