31 March 2026, 18:26

EU-Kennzeichenpflicht für Gebrauchtwagen sorgt für Streit mit dem deutschen Automobilhandel

Etikett mit dem Namen eines Automodells.

EU-Kennzeichenpflicht für Gebrauchtwagen sorgt für Streit mit dem deutschen Automobilhandel

Der Plan der Europäischen Kommission, die Fahrzeugkennzeichnung in der gesamten EU zu vereinheitlichen, stößt auf scharfe Kritik des deutschen Automobilhandels. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bezeichnet den Vorschlag als undurchführbar und warnt vor rechtlichen und technischen Hürden. Branchenvertreter argumentieren, dass die Änderungen eher Verwirrung stiften als die Transparenz für Käufer zu verbessern würden.

Die Entwurfsverordnung der Kommission zielt darauf ab, die bestehende Richtlinie 1999/94/EG zu ersetzen und Verbrauchern klarere Angaben zu Kraftstoffeffizienz und Emissionen zu liefern. Doch der ZDK wehrt sich dagegen und veröffentlichte ein acht Punkte umfassendes Positionspapier, das sich gegen die Ausweitung der Pflichtkennzeichnung auf Gebrauchtfahrzeuge ausspricht. Präsident Thomas Peckruhn betonte, dass viele Gebrauchtwagen nachgerüstet wurden, was die Überprüfung genauer Verbrauchsangaben erschwere.

Ein zentrales Problem liegt in den unterschiedlichen Messstandards: Ältere Gebrauchtwagen wurden nach dem veralteten NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet, während neuere Modelle dem strengeren WLTP-Protokoll (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen die Mittel, um zwischen diesen Standards umzurechnen, und der ZDK argumentiert, dass die Änderung Käufern tatsächlich kaum nutzen würde. Peckruhn forderte zudem das Bundeswirtschaftsministerium auf, einzugreifen, und plädierte für Regelungen, die rechtlich einwandfrei und in der Praxis umsetzbar sind.

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Der Verband verlangt darüber hinaus eine klarere Aufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern. Zudem schlägt er eine einheitliche Marktüberwachung in der gesamten EU vor, um Inkonsistenzen zu vermeiden. Besonders umstritten ist die geplante Pflichtangabe zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos, die der ZDK aus den endgültigen Vorschriften streichen möchte.

Die Einwände des ZDK unterstreichen die praktischen Herausforderungen, die mit der Einführung neuer Kennzeichnungsregeln für den Gebrauchtwagenmarkt verbunden sind. Ohne Anpassungen droht der Vorschlag Händlern unnötige bürokratische Belastungen und Verbrauchern unzuverlässige Informationen zu bescheren. Die Haltung des Verbands könnte die weiteren Verhandlungen in Brüssel beeinflussen, auch wenn noch unklar ist, wie viele EU-Mitgliedstaaten bisher offiziell Stellung genommen haben.

Quelle