F126-Fregatten kosten 8 Milliarden mehr – Pistorius warnt vor Personalmangel in der Bundeswehr
José MartinF126-Fregatten kosten 8 Milliarden mehr – Pistorius warnt vor Personalmangel in der Bundeswehr
Die Kosten für das F126-Fregattenprojekt der deutschen Marine sind auf über 18 Milliarden Euro explodiert – ein Anstieg von 8 Milliarden gegenüber den ursprünglichen Schätzungen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat sich in jüngsten Stellungnahmen zu den Sorgen über Personalmangel und Haushaltsüberschreitungen geäußert.
Pistorius bestätigte, dass die Ampelkoalition korrigierende Maßnahmen prüfen könnte, falls künftige Personalengpässe offene Stellen unbesetzt lassen. Eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht hält er derzeit jedoch für unnötig. Der Mangel an Ausbildern und Infrastruktur mache eine flächendeckende Dienstpflicht zum jetzigen Zeitpunkt undurchführbar.
Auch eine bedarfsgerechte Auswahlmusterung steht nicht zur Debatte. Stattdessen soll die Freiwilligkeit weiterhin die Grundlage für die Rekrutierung der Bundeswehr in den kommenden Jahren bilden. Die Regierung beobachtet das Wachstum der Streitkräfte genau und passt die Politik bei Bedarf an.
Neben dem Personal liegt Pistorius’ Fokus auf internationalen Partnerschaften. Er betonte Deutschlands Verpflichtung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit und Freundschaft – selbst nach dem Scheitern des FCAS-Programms (Future Combat Air System). Zudem wurde ein neuer Runden Tisch ins Leben gerufen, um das Know-how der Automobilindustrie für die Rüstungsbranche zu nutzen.
Ein Antreten als SPD-Kanzlerkandidat schloss der Verteidigungsminister vorerst aus und zeigte sich mit seiner aktuellen Rolle zufrieden. Die steigenden Kosten des F126-Projekts und die Rekrutierungsstrategien bleiben jedoch unter strenger Beobachtung. Kurzfristige Änderungen bei der Wehrpflicht sind nicht zu erwarten.
