12 June 2026, 18:15

Fußballturniere entfachen in Deutschland eine kurze Welle des Patriotismus

Lieber 'Party-Patriotismus' als kein Patriotismus

Fußballturniere entfachen in Deutschland eine kurze Welle des Patriotismus

Nationalstolz in Deutschland bleibt oft verhalten – mit wenig Begeisterung für nationale Feiertage. Doch während großer Fußballturniere durchzieht eine Welle des Patriotismus das Land. Händler wie Lidl und Aldi füllen ihre Regale mit Fanartikeln, und deutsche Flaggen schmücken Autos und Häuser.

Öffentliche Zeigen der Nationalfarben sind sonst selten und politisch heikel. Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel mied Begriffe wie „Vaterland“ oder „deutsches Volk“ – ein Zeichen für die Vorsicht im Umgang mit solchen Symbolen. 2013 ließ sie sogar eine deutsche Flagge entfernen, die ein Parteikollege am Wahlabend geschwenkt hatte.

Eine Arte-Dokumentation deutete später an, dass der fußballbedingte Patriotismus indirekt den Aufstieg von Bewegungen wie Pegida und der AfD begünstigt haben könnte. Trotzdem entfacht die Weltmeisterschaft alle vier Jahre eine vorübergehende, aber flächendeckende nationale Begeisterung.

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Während sich der Alltagsausdruck deutscher Identität meist zurückhaltend zeigt, verändert der Fußball für kurze Zeit das Bild: Flaggen, Merchandise und öffentliche Feiern kommen zum Vorschein – und offenbaren ein komplexes Verhältnis zum Nationalstolz. Der Kontrast zwischen täglicher Zurückhaltung und Turniereuphorie bleibt ein prägendes Merkmal der deutschen Kultur.

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