Gabriele Stötzer: Eine Retrospektive zwischen Kunst, Widerstand und Wollfiguren
José MartinGabriele Stötzer: Eine Retrospektive zwischen Kunst, Widerstand und Wollfiguren
Gropius Bau zeigt große Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer
Der Berliner Gropius Bau präsentiert derzeit eine umfassende Retrospektive der Künstlerin Gabriele Stötzer unter dem Titel „Gabriele Stötzer: Da sein und nicht schweigen“. Die Schau läuft noch bis zum 6. Dezember und vereint rund 150 Werke – von Videos und Fotografien über Modestücke bis hin zu großen Wollfiguren von Frauen.
Die heute 73-jährige Stötzer ist seit Jahrzehnten eine markante Stimme in Kunst und Aktivismus. 1989 gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und beteiligte sich an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt. Schon Jahre zuvor war sie für ein Jahr inhaftiert worden, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatte.
Trotz Repression verließ sie die DDR nie und lebt noch immer in Erfurt. Die Bezeichnung als „Ost-Künstlerin“ lehnt sie ab – solche Zuschreibungen findet sie langweilig.
Für ihr Schaffen wird Stötzer nun mit einer der renommiertesten Kunstauszeichnungen Deutschlands geehrt: Im Herbst erhält sie den Goslarer Kaiserring, dessen frühere Preisträger:innen unter anderem Henry Moore, Gerhard Richter, Joseph Beuys, Rebecca Horn und Christo sind. Zudem ist für August eine Performance geplant, bei der Stötzer auf dem Dach des Gropius Baus stehen wird.
Die Ausstellung würdigt ihr vielseitiges und widerständiges Werk. Auszeichnung und Performance unterstreichen erneut ihren Einfluss. Kunst und Aktivismus der Künstlerin strahlen noch Jahrzehnte nach ihren mutigsten Aktionen nach.






