29 April 2026, 14:27

Gebühren-Chaos in Sachsen-Anhalt: 1.000 Euro für 25 m² Außengastronomie – oder gar nichts?

Ein Restaurant in Berlin mit Holztischen und -stühlen vor einem großen Fenster, umgeben von Pflanzen und Lichtern, mit Fußgängern und Gebäuden sichtbar draußen.

Gebühren-Chaos in Sachsen-Anhalt: 1.000 Euro für 25 m² Außengastronomie – oder gar nichts?

Eine neue Vergleichsstudie hat erhebliche Unterschiede bei den Gebühren für Außengastronomie in den Städten Sachsen-Anhalts aufgezeigt. Die Untersuchung analysierte die Kosten für ein Modellunternehmen mit einer 25 m² großen Terrasse in der Hauptsaison. Während einige Kommunen überhaupt keine Abgaben erheben, verlangen andere für dieselbe Fläche über 1.000 Euro.

Die Auswertung umfasste die Gebührenordnungen von 24 Städten mit mehr als 20.000 Einwohnern. Im Fokus stand eine standardisierte 25 m² große Außenfläche, die von Mai bis September genutzt wird. Die durchschnittlichen Kosten für diese Nutzung lagen in der Region bei 328 Euro.

Spitzenreiter bei den höchsten Abgaben ist Wernigerode mit 1.163 Euro für die Saison. Gastronomiebetriebe am zentralen Marktplatz müssen dort sowohl eine Grundgebühr als auch einen zusätzlichen Aufschlag zahlen. Die Stadt hatte ihre Sätze 2023 nach einer Überarbeitung der Sondernutzungssatzung erhöht. Knapp dahinter folgen Lutherstadt Wittenberg mit 750 Euro und Halle (Saale) mit 700 Euro.

Am anderen Ende der Skala liegen Schönebeck und Zeitz mit den niedrigsten Gebühren – lediglich 52 bzw. 56 Euro für die Hauptsaison. Fünf Städte – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Lutherstadt Eisleben – erheben überhaupt keine Terrassengebühren.

Der Bund der Steuerzahler fordert die vollständige Abschaffung dieser Abgaben. Er argumentiert, dass dies die Außengastronomie fördern und die beleben würde, was den innerstädtischen Einzelhandel stärken könnte. Zudem betont die Organisation, dass die Einnahmen aus Terrassengebühren weniger als 0,05 Prozent der kommunalen Haushalte ausmachen – ihr Wegfall hätte also kaum finanzielle Auswirkungen.

Die Studie zeigt einen deutlichen Kontrast in der Handhabung von Außengastronomie durch die Städte. Während manche keine Gebühren verlangen, erheben andere über 1.000 Euro für eine kleine Terrasse. Angesichts des minimalen Haushaltseffekts dürfte die Debatte über die Abschaffung dieser Abgaben weitergehen.

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