Geheimnisvolle DDR-Ruine Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch der Käufer darf sie nicht nutzen
Fatima TrubinGeheimnisvolle DDR-Ruine Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch der Käufer darf sie nicht nutzen
Versteigerung eines rätselhaften Militärbaus: Ostervilm für 60.000 Euro verkauft – doch der Käufer darf ihn nicht nutzen
Ein geheimnisumwittertes, verlassenes Bauwerk mit dem Namen Ostervilm ist bei einer Versteigerung für 60.000 Euro den Besitzer gewechselt. Die Ruine steht auf Pfählen im Baltischen Meer, unweit der Insel Vilm in der Greifswalder Bodden-Lagune. Trotz der ungewöhnlichen Lage muss der neue Eigentümer jedoch mit erheblichen rechtlichen und praktischen Hindernissen rechnen, sollte er das Objekt nutzen wollen.
Ursprünglich diente Ostervilm als gesperrter Militärstandort der Volksmarine der DDR. Hier wurden Kriegsschiffrümpfe entmagnetisiert, um zu verhindern, dass magnetische Minen an ihnen haften blieben. Die Konstruktion ruht auf 600 hölzernen Pfählen, besteht aus einem Betonrahmen und ist mit Eisenplatten sowie Holzverkleidungen versehen. Noch heute betreibt die deutsche Marine ähnliche Entmagnetisierungsanlagen in Kiel und Wilhelmshaven.
Das Objekt wurde mit einem Startgebot von 39.000 Euro versteigert. Doch der Käufer hat nun ein Grundstück erworben, das er weder legal bewohnen noch bebauen darf. Das Gelände ist als „Außenbereich“ eingestuft – und damit weder für dauerhaftes Wohnen noch für Baumaßnahmen geeignet. Selbst bei konkreten Plänen wäre eine Baugenehmigung nur mit einem gültigen Bebauungsplan möglich, was in dieser exponierten Lage kaum realistisch erscheint.
Ohne gesicherten Zugang oder grundlegende Infrastruktur bleibt Ostervilm eine verfallene Ruine. Der neue Besitzer hat damit, wie Experten sagen, „die Katze im Sack“ gekauft – angesichts der ungewissen Zukunft und der begrenzten Nutzungsmöglichkeiten des Bauwerks.
Der Verkauf von Ostervilm zeigt die Schwierigkeiten auf, die mit der Umnutzung alter Militärstandorte verbunden sind. Ohne Genehmigungen oder Infrastruktur bleibt das Gebäude für eine Besiedlung oder Entwicklung gesperrt. Vorerst bleibt es ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges – ein langsam verfallendes Zeugnis der Marineoperationen der DDR in den Gewässern der Ostsee.






