Großrazzia in Norddeutschland zerschlägt mutmaßliche Schleuserbande mit 170 ausgebeuteten Pflegekräften
Fatima TrubinGroßrazzia in Norddeutschland zerschlägt mutmaßliche Schleuserbande mit 170 ausgebeuteten Pflegekräften
In Norddeutschland hat eine groß angelegte Razzia eine mutmaßliche Schleuserbande ins Visier genommen. Rund 100 Beamte durchsuchten sechs Objekte in Bremerhaven und im Landkreis Cuxhaven. Der Einsatz erfolgte nach Vorwürfen des gewerbsmäßigen Schleusens und der Ausbeutung von Arbeitskräften.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen drei deutsche Staatsbürger aus dem Landkreis Cuxhaven: eine 53-jährige Frau, die Inhaberin einer Zeitarbeitsfirma ist, sowie zwei Männer im Alter von 57 und 30 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, Staatsangehörige aus Osteuropa nach Deutschland eingeschleust zu haben. Zudem sollen sie Sozialabgaben vorenthalten und Mindestlöhne nicht gezahlt haben.
Den Behörden zufolge vermittelte die Firma etwa 170 Pflegekräfte ohne angemessene Bezahlung oder Sozialversicherung. Ein belarussischer Staatsbürger sollte demnach über die Agentur als Pflegekraft beschäftigt werden – ohne gültige Arbeits- oder Aufenthaltserlaubnis.
Die Aktion wurde vom Bundespolizeiinspektorat am Flughafen Hannover und dem Hauptzollamt Bremen geleitet. Sie erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bremen. Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel wird voraussichtlich mehrere Wochen dauern.
Die Beschuldigten bleiben wegen Schleusung und Verstößen gegen das Arbeitsrecht in Untersuchung. Die Behörden werten weiterhin die bei den Durchsuchungen sichergestellten Beweise aus. Der Fall umfasst sowohl Betrug im Zusammenhang mit Einwanderung als auch die Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte.
