Industrieaufträge brechen ein – Maschinenbau besonders von der Krise betroffen
Nikolaus FreudenbergerIndustrieaufträge brechen ein – Maschinenbau besonders von der Krise betroffen
Industrieaufträge in Deutschland brechen im April stark ein – keine Anzeichen für Erholung trotz staatlicher Nachfrageförderung
Die Metall- und Elektroindustrie verzeichnete deutliche Rückgänge bei Produktion, Aufträgen und Beschäftigung, was Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung verstärkt.
Die Industrieaufträge sanken von März auf April um 3,8 Prozent. Im Dreimonatszeitraum bis April 2026 lagen die Bestellungen 3,1 Prozent unter denen der vorherigen drei Monate. Der Rückgang fiel damit stärker aus als erwartet – selbst nach Berücksichtigung von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt im März.
Besonders betroffen war der Maschinen- und Anlagenbau: Hier gingen die Neuaufträge im Monatsvergleich um 5,4 Prozent zurück. Die Produktion im Sektor sank um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuelle Auslastung liegt damit 15 Prozent unter dem Niveau von 2018.
Auch am Arbeitsmarkt hinterließ die Krise Spuren. Im April gingen saisonbereinigt 15.600 Stellen verloren – der stärkste Rückgang seit Juli 2020. Die Gesamtbeschäftigung in der Branche sank auf 3,746 Millionen, wobei seit 2019 über 300.000 Arbeitsplätze abgebaut wurden. Die Kapazitätsauslastung beträgt derzeit nur noch 79 Prozent und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Zudem stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg um 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Die aktuellen Daten unterstreichen die verschärfte Rezession im deutschen Industriesektor. Aufträge, Produktion und Beschäftigung gehen weiter zurück, während die Insolvenzen zunehmen. Die Kluft zwischen der aktuellen Auslastung und den langfristigen Durchschnittswerten deutet auf eine länger anhaltende Phase schwacher Konjunktur hin.






