Italo fordert faire Bahntrassen – sonst droht Deutschlands Hochgeschwindigkeits-Traum zu scheitern
Nada BlochItalo fordert faire Bahntrassen – sonst droht Deutschlands Hochgeschwindigkeits-Traum zu scheitern
Italo drängt auf Reformen im deutschen Schienenverkehr
Der italienische Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo will den deutschen Bahnmarkt aufmischen – doch zunächst fordert das Unternehmen grundlegende Änderungen bei der Vergabe von Trassen. Ohne diese Reformen drohen Verzögerungen oder Einschränkungen bei der geplanten Expansion des Unternehmens in Deutschland.
Kernpunkt der Forderungen ist ein fairer Zugang zur Schieneninfrastruktur. Italo verlangt keine Sonderbehandlung, sondern eine garantierte Mindestkapazität für neue Anbieter. Bisher erhalten Neulinge wie Italo oft nur Restkapazitäten, was den Aufbau stabiler, regelmäßiger Verbindungen erschwert.
Hinzu kommen Produktionsverzögerungen beim Zugbauer Siemens, bei dem Italo neue Züge bestellt hat. Das Unternehmen braucht Planungssicherheit bei der Trassenvergabe, um seinen Betrieb effizient organisieren zu können. Zudem fordert Italo gleichen Zugang zu Wartungseinrichtungen und gewerblichen Flächen in Bahnhöfen – etwas, das in Deutschland derzeit nicht gewährleistet ist.
Aktuell läuft beim Bundesnetzagentur ein öffentliches Anhörungsverfahren, an dem neben Italo auch die Deutsche Bahn und Flixtrain beteiligt sind. Italo-Chef Luca Cordero di Montezemolo hat eine klare Entscheidung zur Kapazitätsverteilung bis Ende Mai gefordert. Zudem setzt sich das Unternehmen für langfristige Rahmenvereinbarungen ein, die im deutschen Schienensystem bisher fehlen.
Sollten Italos Forderungen erfüllt werden, könnte das Unternehmen neue Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Deutschland starten. Das Ergebnis des Verfahrens wird zeigen, ob der Markt für mehr Wettbewerb geöffnet wird. Die Bundesregierung steht nun vor der Aufgabe, die Interessen etablierter Anbieter mit denen neuer Marktteilnehmer in Einklang zu bringen.






