Literarischer Abend ehrt Amos Oz mit Lesung und Musik vor Israels Unabhängigkeitstag
José MartinLiterarischer Abend ehrt Amos Oz mit Lesung und Musik vor Israels Unabhängigkeitstag
Ein literarischer Abend am 13. Mai würdigt das Werk von Amos Oz, einem der bedeutendsten Schriftsteller Israels. Die Veranstaltung, organisiert vom Katholischen Bildungswerk für Erwachsene und dem Ganey-Tikva-Verein, findet kurz vor dem israelischen Unabhängigkeitstag statt. Die Gäste erwarten Lesungen aus Oz’ Buch „Zwischen Freunden“ sowie live begleitete Musik.
Im Mittelpunkt des Abends steht Heinz D. Haun, der die Kurzgeschichte „Esperanto“ aus Oz’ Sammlung „Zwischen Freunden“ vortragen wird. Die Erzählung handelt von Martin, einem Schuhmacher, der davon träumt, eine Esperanto-Gruppe zu gründen, um Menschen durch eine universelle Sprache zu vereinen. Doch sein Vorhaben – wie auch die größere Kibbuz-Idee – scheitert letztlich an den Herausforderungen des kollektiven Lebens.
Amos Oz selbst trat mit 15 einem Kibbuz bei und wurde später zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung. Kibbuzim, als genossenschaftliche Siedlungen noch vor der Staatsgründung Israels entstanden, sollten ein gleichberechtigtes, besitzloses Zusammenleben verwirklichen. Doch wie Martins sprachlicher Traum erwies sich auch diese Vision in der Praxis als komplexer.
Für die musikalische Umrahmung sorgen Arne Meinhardt am Akkordeon und seine Tochter Anaïs am Cello. Der Abend fällt mit dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung zusammen, die David Ben-Gurion am 14. Mai 1948 verkündete.
Literatur, Geschichte und Musik verbinden sich an diesem Abend zu einer Reflexion über Oz’ Erbe. Anhand der Geschichte „Esperanto“ und des Kibbuz-Themas lotet die Veranstaltung Ideale der Einheit und ihre realen Widerstände aus. Die Aufführung findet kurz vor dem 76. Unabhängigkeitstag Israels statt.






