Logistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekord-Insolvenzen und steigenden Kosten
Nada BlochLogistikbranche in Deutschland kämpft mit Rekord-Insolvenzen und steigenden Kosten
Deutschlands Logistikbranche steht unter wachsendem Finanzdruck
Neue Zahlen zeigen: Die Insolvenzen im Logistiksektor stiegen 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent. Experten warnen, dass sich verschärfte wirtschaftliche Rahmenbedingungen viele Transportunternehmen an den Rand des Ruins treiben.
Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikfirmen in Deutschland Insolvenz an – darunter 19 Unternehmen mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. In den ersten Monaten 2025 übertrafen die gemeldeten Zahlungsausfälle den Fünfjahresdurchschnitt.
Steigende Dieselpreise und hohe Vorfinanzierungskosten drücken die ohnehin schmalen Gewinnmargen, die oft unter drei Prozent liegen. Viele Betriebe müssen Sprit im Voraus bezahlen, warten aber rund 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden. Gleichzeitig steigen die Lohnkosten und verschärfen die Lage weiter.
Ein Mangel an Fahrpersonal, Konkurrenz durch osteuropäische Anbieter und der Zwang zu digitalen Investitionen belasten die Branche zusätzlich. Der Kreditversicherer Atradius schätzt, dass mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen von der Pleite bedroht ist.
Die Folgen sind bereits spürbar: Die Lebensmittelpreise könnten kurz- bis mittelfristig um bis zu zehn Prozent steigen, da höhere Energiekosten die Transportkosten in die Höhe treiben.
Die Kombination aus dünnen Margen, verzögerten Zahlungseingängen und steigenden Betriebskosten zwingt immer mehr Logistikunternehmen in die finanzielle Schieflage. Mit weiter steigenden Insolvenzzahlen und wachsenden Zahlungsausfällen dürften die Herausforderungen der Branche in den kommenden Monaten auch Lieferketten und Verbraucherpreise belasten.






