03 April 2026, 06:22

Mainz malt sich grün: Warum die Stadt auf Farbstrategie statt Bäume setzt

Stadtansicht mit grünem Hintergrund, die mehrere Gebäude und Bäume zeigt.

Mainz malt sich grün: Warum die Stadt auf Farbstrategie statt Bäume setzt

Mainz setzt auf ungewöhnliche Strategie: Tausende Gebäude werden grün gestrichen

Mainz geht bei der städtischen Begrünung einen ungewöhnlichen Weg – statt Bäume zu pflanzen oder Parks auszuweiten, werden tausende Gebäude grün angemalt. Die Stadt verzichtet damit auf klassische Maßnahmen und setzt auf eine großflächige optische Veränderung. Laut Behörden soll das Projekt das Erscheinungsbild der Stadt bis Jahresende grundlegend wandeln.

Hintergrund ist eine jahrelange Debatte darüber, wie Mainz umweltfreundlicher gestaltet werden kann. Trotz früherer Pläne kam die Stadt bei der tatsächlichen Begrünung jedoch kaum voran. Nun fließen 10 Millionen Euro in ein Vorhaben, das Gebäude in zentralen Lagen – darunter der Mainzer Markt, das Neustadtviertel, das Staatstheater und der Leichhof-Friedhof – mit grüner Farbe versieht.

Unterstützt wird die Initiative durch ein kürzlich bewilligtes EU-Förderprogramm, das Hundertmillionen an Zuschüssen für urbane Begrünungsprojekte bereitstellt. Mindestens sechs weitere deutsche Städte wie Düsseldorf, Köln und Leipzig haben bereits ähnliche Konzepte umgesetzt. Besonders erfolgreich waren etwa das Düsseldorfer DAFIB-Programm (seit 2016) oder die Kölner Initiative GRÜN hoch 3, die begrünte Fassaden und Dachgärten fördern.

Doch nicht nur die Architektur wird grün: Auch das Stadtmarketing passt sich an. Der Fußballverein Mainz 05 wird in der nächsten Saison in grünen Trikots auflaufen, und die lokale Polizei kehrt zu grünen Uniformen zurück. Zudem müssen Neubauten in Mainz künftig begrünte Fassaden aufweisen – wenn auch aktuelle Entwürfe teilweise karg und wenig inspiriert wirken.

Bis Dezember sollen die Malarbeiten abgeschlossen sein und das Projekt 10 Millionen Euro kosten. Gelingt der Plan, könnte Mainz sein visuelles Erscheinungsbild prägen – ganz ohne zusätzliche Grünflächen. Die Abhängigkeit von EU-Subventionen deutet jedoch darauf hin, dass ähnliche Projekte künftig auch in anderen Regionen Schule machen könnten.

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