Medienstreit um Collien Fernandes: Anwalt Schertz droht NDR und Der Spiegel mit Klagen
José MartinMedienstreit um Collien Fernandes: Anwalt Schertz droht NDR und Der Spiegel mit Klagen
Ein Rechtsstreit um die Medienberichterstattung im Fall Collien Fernandes und Christian Ulmen hat für Aufsehen gesorgt. Der Medienanwalt Christian Schertz, der Ulmen vertritt, wirft dem NDR und der ARD-Talkshow von Caren Miosga Befangenheit vor. Er behauptet, deren Vorgehen untergrabe rechtliche Grundsätze und mache sie angreifbar für juristische Schritte.
Die Redaktion der Sendung weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, ihre Berichterstattung entspreche journalistischen Standards. Parallel bereitet Schertz auch rechtliche Schritte gegen Der Spiegel wegen dessen Umgang mit demselben Fall vor.
Auslöser der Kontroverse war Schertzs Kritik an Caren Miosga, die eine Folge über digitale Gewalt mit Fernandes und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig geplant hatte – ohne Ulmens Perspektive einzubeziehen. Schertz bot sich als Gesprächspartner an, wurde jedoch abgelehnt. Die Produzenten der Sendung begründeten ihre Entscheidung damit, dass es im Mittelpunkt um Schutzlücken für Opfer digitaler Gewalt gehe.
Schertz bestreitet wiederholt, dass Ulmen Deepfake-Videos erstellt oder verbreitet habe, und widerspricht damit den Darstellungen von Der Spiegel. Auch die Schilderung des Magazins zu einem Vorfall auf Mallorca mit seinem Mandanten weist er zurück. Trotz seiner Einwände prüfen die Staatsanwälte in Itzehoe weiterhin die Vorwürfe von Fernandes.
Der Fall hat eine breitere Debatte über Medienethik, die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und den Umgang von Talkshows mit sensiblen Rechtsstreitigkeiten ausgelöst. Schertz argumentiert, die einseitige Darstellung gefährde die Unvoreingenommenheit der öffentlichen Meinung, noch bevor die juristischen Verfahren abgeschlossen seien.
Der Konflikt verdeutlicht die Spannungen zwischen Medienberichterstattung und rechtlicher Fairness. Während die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, hält Caren Miosga an ihrer redaktionellen Linie fest. Schertzs juristische Drohungen gegen Der Spiegel und die Talkshow deuten auf eine weitere Zuspitzung des Streits hin.






