Meineidsverfahren gegen Ex-Minister Scheuer wegen Mautskandal eingeleitet
Fatima TrubinMeineidsverfahren gegen Ex-Minister Scheuer wegen Mautskandal eingeleitet
Ein Berliner Gericht hat Anklage wegen Meineids gegen den ehemaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer und seinen Ex-Staatssekretär Gerhard Schulz zugelassen. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen ihre Aussagen vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum gescheiterten deutschen Pobelabgabensystem auf Autobahnen. Die Grünen fordern die CSU nun auf, sich offen mit dem Skandal auseinanderzusetzen.
Die Mautpläne, einst ein zentrales Wahlkampfversprechen der CSU, scheiterten nach rechtlichen Herausforderungen, die ihre Mängel offengelegt hatten. Scheuer hatte das Vorhaben vehement vorangetrieben, das später von EU-Gerichten als diskriminierend eingestuft wurde. Die Partei hatte das Mautmodell sogar in ihr offizielles Programm aufgenommen.
Das Landgericht Berlin wird nun prüfen, ob Scheuer vor dem Untersuchungsausschuss falsch unter Eid ausgesagt hat. Sein ehemaliger Spitzenbeamter Gerhard Schulz sieht sich demselben Vorwurf ausgesetzt. Sollte das Gericht zu dem Schluss kommen, dass ihre Aussagen vorsätzlich falsch waren, drohen beiden Strafverfahren.
Irene Mihalic, parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, warf Scheuer vor, dem Land schweren Schaden zugefügt zu haben. Sie forderte die CSU auf, die volle Verantwortung für das Debakel zu übernehmen, anstatt ihre Rolle herunterzuspielen.
Mit der Entscheidung des Gerichts kann das Meineidsverfahren nun fortgeführt werden – der Mautskandal bleibt damit im Fokus der Öffentlichkeit. Scheuer und Schulz müssen sich nun weiteren juristischen Prüfungen ihrer Aussagen stellen. Das Ergebnis könnte die CSU zwingen, ihre Aufarbeitung der gescheiterten Politik noch einmal zu überdenken.






