Neuköllns Bürgermeister Hikel tritt zurück – und ebnet Wolters Weg zur Macht
José MartinNeuköllns Bürgermeister Hikel tritt zurück – und ebnet Wolters Weg zur Macht
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel wird nicht erneut für das Amt kandidieren. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Sein Rückzug ebnet den Weg für eine neue Führung im Bezirksamt.
Erst kürzlich hatte Hikel der Neuköllner Bildungsstadträtin Janine Wolter einen offiziellen Verweis erteilt. Anlass war ihr Auftreten auf Instagram, wo sie Beiträge eines politischen Influencers gelikt oder geteilt hatte, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Die Posts bezogen sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud Flotilla“ im Oktober 2025.
Hikel warf Wolter vor, in ihrem Online-Verhalten weder die nötige Zurückhaltung noch Neutralität gewahrt zu haben. Ihr Handeln entspreche nicht den Erwartungen an eine Stadträtin, so der Bezirksbürgermeister. Dennoch schlug der Neuköllner SPD-Vorstand Wolter als seine Nachfolgerin vor – eine Personalie, die später auf einem Parteitag bestätigt wurde.
Die SPD-Politikerin Wolter strebt nun die Übernahme der Bezirksamtsleitung an. Ihr Weg dorthin eröffnet sich durch Hikels angekündigten Rückzug. Die Nominierung Janine Wolters markiert einen Führungswechsel in Neukölln. Sie wird sich nun auf die Übernahme des Amts der Bezirksbürgermeisterin vorbereiten. Die Kontroverse um ihre Aktivitäten in sozialen Medien hat innerhalb der Partei und des Bezirks bereits Diskussionen ausgelöst.
