Niedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie – neue Karten zeigen beste Wärmequellen im Untergrund
José MartinNiedersachsen setzt auf Tiefe Geothermie – neue Karten zeigen beste Wärmequellen im Untergrund
Tiefe Geothermie gewinnt in Niedersachsen an Fahrt – neue Karten zeigen beste Standorte
In Niedersachsen nimmt die Tiefe Geothermie an Bedeutung zu, da Kommunen und Industrie den Bedarf an nachhaltiger Energie steigern. Eine neu veröffentlichte Kartenserie des Niedersächsischen Geothermie-Dienstes (NGD) hilft nun dabei, die vielversprechendsten Förderstandorte in der Region zu identifizieren. Das Instrument soll die Kosten senken und Risiken für potenzielle Projekte verringern, indem es besonders geeignete Gesteinsschichten im Untergrund ausweist.
Im Fokus der Karten steht die Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, eine über 200 Millionen Jahre alte geologische Schicht. In Tiefen von bis zu 2.600 Metern liegend, können diese Sandsteinvorkommen Temperaturen von über 100 Grad Celsius erreichen – ideal für die geothermische Nutzung. Expertinnen und Experten des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) werteten dafür Daten von mehr als 1.100 Tiefenbohrungen aus, von denen viele ursprünglich für die Erdöl- und Erdgaserkundung niedergebracht wurden.
Funktionsweise und Potenzial der Tiefengeothermie Geothermische Anlagen fördern Thermalwasser aus tiefen Sandsteinschichten über Bohrungen an die Oberfläche, entziehen ihm die Wärme und leiten das abgekühlte Wasser zurück in den Untergrund. Die meisten deutschen Geothermie-Bohrungen reichen zwischen 2.000 und 3.500 Meter hinab – deutlich tiefer als die 400-Meter-Grenze, ab der von Tiefer Geothermie gesprochen wird. Die Karten heben Gebiete hervor, in denen diese Bedingungen optimal zusammentreffen, und ebnen so Kommunen, Planungsbüros und Unternehmen den Weg für konkrete Vorhaben.
Norddeutschland setzt auf ungenutztes Potenzial Obwohl Norddeutschland über beträchtliche, noch unerschlossene Reserven für Tiefe Geothermie verfügt, hemmen hohe Bohrkosten und Erkundungsrisiken bisher die Entwicklung. Mit den nun online verfügbaren Karten können Akteure Standorte effizienter bewerten – ein wichtiger Schritt, um den Ausbau nachhaltiger Wärmeversorgung in der Region zu beschleunigen.
Die Kartenserie bietet eine detaillierte Orientierungshilfe zu den geothermischen Ressourcen Niedersachsens und unterstützt damit den Ausbau sauberer Energien. Indem sie Hürden für die Erkundung abbaut, könnte das Instrument der Tiefengeothermie eine Schlüsselrolle in der Energiewende verschaffen. Für lokale Versorger und Industrie eröffnet sich so ein klarerer Pfad, um diese erneuerbare Wärmequelle zu erschließen.






