19 June 2026, 12:22

Niedersächsisches Finanzgericht bestätigt umstrittene Grundsteuerreform als rechtmäßig

Klage abgewiesen

Niedersächsisches Finanzgericht bestätigt umstrittene Grundsteuerreform als rechtmäßig

Eine Grundbesitzerin in Niedersachsen ist mit ihrer Klage gegen das neue Grundsteuersystem des Landes gescheitert. Das Niedersächsische Finanzgericht urteilte, dass die Reform von 2021 verfassungskonform sei, und beendete damit den Streit auf Landesebene. Finanzminister Gerald Heere bezeichnete die Entscheidung als Bestätigung für den eingeschlagenen Weg des Landes.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand die Behauptung der Klägerin, ihr Gewerbeobjekt werde durch das Bodenrichtwertmodell unrechtmäßig übermäßig besteuert. Das Gericht wies dieses Argument zurück und stellte fest, dass der Gesetzgeber das Recht habe, die Steuerpolitik nach eigenem Ermessen festzulegen. Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung des Falls wurde jedoch eine Revision beim Bundesfinanzhof in München zugelassen.

Die Reform war notwendig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 veraltete Bewertungsmethoden kritisiert hatte. Als Reaktion darauf verabschiedete die Bundesregierung bis Ende 2019 ein neues Grundsteuergesetz. Niedersachsen entschied sich daraufhin für die Einführung eines eigenen, vereinfachten Systems, das Anfang 2025 in Kraft trat.

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Nach den neuen Regeln zahlen einige Haus- und Wohnungseigentümer sowie Mieter nun mehr, während andere entlastet werden. Die Reform wurde so gestaltet, dass das Gesamtaufkommen an Steuereinnahmen nicht steigt. Die Grundsteuer bleibt eine wichtige Einnahmequelle für Städte und Gemeinden und finanziert damit Leistungen wie Straßen, Schulen und Rettungsdienste.

Das Urteil bestätigt, dass das niedersächsische Modell den rechtlichen Anforderungen entspricht. Die Entscheidung des Landes, ein eigenes System zu entwickeln, zeigt die Gestaltungsmöglichkeiten auf, die das Bundesrecht zulässt. Der Fall könnte nun zur weiteren Prüfung vor den Bundesfinanzhof gelangen.

Quelle