07 June 2026, 06:21

Organspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang

Berliner haben bisher in diesem Jahr mehr Organe gespendet

Organspenden in Deutschland steigen 2026 – doch die Wartelisten bleiben lang

Organspenden in Deutschland steigen 2026 um 12 Prozent

In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 sind die Organspenden in Deutschland um 12 Prozent gestiegen. Bis Ende Mai wurden bundesweit 1.405 Organe gespendet – im Vergleich zu 1.253 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Trotz dieses Anstiegs übersteigt die Nachfrage das Angebot jedoch bei Weitem, sodass Tausende Patientinnen und Patienten weiterhin auf lebensrettende Transplantationen warten.

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Besonders stark war der Zuwachs in Berlin: Die Hauptstadt verzeichnete von Januar bis Mai 2026 insgesamt 73 Spenderorgane – fast doppelt so viele wie die 39 im gleichen Zeitraum 2025. Dennoch stehen in der Hauptstadt weiterhin über 400 Menschen auf Wartelisten, während in diesem Jahr bisher knapp 140 Transplantationen durchgeführt wurden.

Bundesweit bleibt die Lücke zwischen Angebot und Bedarf groß. Im Jahr 2025 erhielten 3.150 Menschen ein Spenderorgan, während rund 8.200 auf der Warteliste blieben. Das aktuelle deutsche System setzt eine ausdrückliche Zustimmung der Spender oder ihrer Angehörigen voraus – eine Regelung, die nach Ansicht einiger die Zahl der verfügbaren Organe begrenzt.

Nun drängt eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten auf eine Reform. Sie schlagen ein Widerspruchslösung-Modell vor, bei dem jede volljährige, einwilligungsfähige Person automatisch als potenzielle Spenderin oder potenzieller Spender gilt, sofern sie nicht aktiv widerspricht. Sollte die Reform beschlossen werden, würde sie 2030 in Kraft treten. Der Bundestag wird in den kommenden Monaten über die ethischen Implikationen dieser Änderung debattieren.

Der Anstieg der Spendenzahlen gibt zwar Hoffnung, doch der Mangel bleibt für Patientinnen und Patienten spürbar. Sollte das Opt-out-System eingeführt werden, könnte dies die Organspende in Deutschland grundlegend verändern. Die anstehenden Diskussionen im Bundestag werden zeigen, ob sich das Gesetz in den nächsten Jahren ändert.

Quelle