Rekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Nikolaus FreudenbergerRekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Deutschland verzeichnete 2025 die höchste Zahl an Einbürgerungsanträgen seiner Geschichte. Insgesamt erhielten 309.852 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft und überboten damit den Rekord aus dem Vorjahr. Der deutliche Anstieg spiegelt das wachsende Interesse von türkischen, russischen und syrischen Staatsangehörigen wider, ihren Status im Land rechtlich abzusichern.
Besonders markant ist der Zuwachs in mehreren Schlüsselregionen. In Berlin erhielten fast doppelt so viele Menschen die Staatsbürgerschaft wie noch 2024. Brandenburg folgte mit einem Anstieg um 25 Prozent, wo 4.695 Personen eingebürgert wurden.
Auch Nordrhein-Westfalen meldete einen spürbaren Anstieg: 3.841 Russen ließen sich einbürgern – ein Plus von 67,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Politikwissenschaftler Dmitry Stratievsky führt dies darauf zurück, dass viele langjährige Bewohner nun die Möglichkeiten der doppelten Staatsbürgerschaft nutzen. Andere, so seine Einschätzung, könnten sich politisch von Russland distanzieren wollen.
Syrien bleibt in mehreren Regionen das Hauptherkunftsland der neuen deutschen Staatsbürger. Gleichzeitig bereiten sich Städte auf eine mögliche weitere Welle im Jahr 2027 vor, wenn ukrainische Geflüchtete, die 2022 ankamen, die fünftjährige Mindestaufenthaltsdauer für die Einbürgerung erfüllen werden.
Die Zahlen von 2025 markieren das zweite Jahr in Folge mit Rekordwerten bei Einbürgerungen. Mit 309.852 neuen Bürgern bleibt die Nachfrage aus verschiedenen Nationalitäten hoch. Die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg, da sich für viele Neuankömmlinge die Fristen für den erforderlichen Aufenthalt nähern.






