Sicherheitsgefühl in Deutschland: Warum wir uns nachts anders fühlen als tagsüber
Fatima TrubinSicherheitsgefühl in Deutschland: Warum wir uns nachts anders fühlen als tagsüber
Ein neuer Bericht zu Kriminalität und öffentlicher Sicherheit offenbart deutliche Unterschiede darin, wie Menschen Risiken wahrnehmen – je nachdem, wo sie sich aufhalten und wer sie sind. Während sich über 90 Prozent der Befragten in ihren eigenen vier Wänden und im direkten Wohnumfeld sicher fühlen, steigen die Bedenken nachts deutlich an, insbesondere in bestimmten öffentlichen Bereichen. Die Studie zeigt zudem, wer am häufigsten Straftaten begeht – und aus welchen Gründen.
Die Daten belegen, dass Kriminalität nach wie vor vor allem ein städtisches Problem ist: In Ballungsräumen gibt es mehr Gelegenheiten für Straftaten und eine schwächere soziale Kontrolle als auf dem Land. Im Jahr 2024 ereigneten sich fast drei von zehn Gewaltdelikten im öffentlichen Raum, während zwei von zehn in privaten Wohnungen verübt wurden. Verkehrsnahe Orte wie Bahnhöfe machten jedes zehnte Delikt aus. Diese Locations stechen besonders hervor, weil sich hier subjektive Ängste und tatsächliche Kriminalitätsraten oft decken – angetrieben durch Diebstahlsrisiken und sichtbare Polizeipatrouillen.
Junge Männer dominieren die Kriminalstatistik, wobei die Deliktzahlen bei beiden Geschlechtern in jungen Jahren am höchsten sind. Forscher nennen zwei zentrale Risikofaktoren für gewalttätiges Verhalten in dieser Gruppe: selbst erlebte Gewalt in der Kindheit und der Umgang mit Gleichaltrigen, die abweichendes Verhalten zeigen.
Das Sicherheitsgefühl verändert sich dramatisch je nach Tageszeit und Ort. Besonders verletzlich fühlen sich Menschen, wenn sie nachts allein in der Öffentlichkeit unterwegs sind. Frauen äußern dabei deutlich größere Ängste vor sexueller Belästigung – jede Vierte im Vergleich zu jedem Vierzehnten bei den Männern. Doch diese "Angsträume" decken sich nicht immer mit den tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten, was zeigt, wie stark sich subjektive Sorgen und objektive Risiken unterscheiden können.
Der Bericht unterstreicht, wie unterschiedlich Sicherheitsbedenken je nach Alter, Geschlecht und Umfeld ausfallen. Zwar fühlen sich die meisten Menschen zu Hause gut geschützt, doch öffentliche Räume bei Dunkelheit – vor allem für Frauen – bleiben eine zentrale Quelle der Verunsicherung. Gleichzeitig tauchen junge Männer weiterhin am häufigsten in den Straftatenstatistiken auf, was mit früher Gewalterfahrung und dem Einfluss der Peer-Group zusammenhängt.






