SPD ringt um Neuaufstellung: Rehlinger als Retterin in der Krise?
Die SPD steht vor Forderungen nach einem Führungswechsel, da die internen Debatten über die künftige Ausrichtung der Partei an Schärfe gewinnen. Die SPD-Politikerin Doris Schröder-Köpf hat sich für Anke Rehlinger als alleinige Parteivorsitzende ausgesprochen und dabei auf deren starke Bilanz in der Landespolitik sowie ihre Distanz zur Bundespolitik verwiesen. Unterdessen sinken die Umfragewerte der SPD weiter – und werfen Fragen nach der Strategie vor den anstehenden Wahlen auf.
Schröder-Köpf argumentiert, dass Rehlingers Erfolg als Ministerpräsidentin des Saarlandes sie zur richtigen Kandidatin für die SPD-Spitze mache. Zudem betont sie, dass Rehlingers fehlende Bindung an das Bundeskabinett ein Vorteil sei, da sie sich so voll auf den Neuaufbau des Parteibildes konzentrieren könne. Gleichzeitig plädiert Schröder-Köpf dafür, dass Manuela Schwesig und Olaf Lies einflussreiche Positionen in der SPD behalten, um Kontinuität in der Führungsstruktur zu wahren.
Ihre Vorschläge gehen bis hin zu einer Kabinettsumbildung: So solle Lars Klingbeil als Vizekanzler zurücktreten. Als seinen Nachfolger schlägt sie Boris Pistorius vor – eine Empfehlung, die sie bereits im Oktober 2023 geäußert hatte. Seither ist die SPD in den Umfragen von etwa 15 Prozent im Sommer 2024 auf Werte zwischen 12 und 16 Prozent im März 2026 gefallen (INSA: 15 %, Forsa: 12–15 %, Forschungsgruppe Wahlen: 15 %). Das Vertrauen in die Kompetenz der Partei ist sogar auf nur noch 4 Prozent gesunken, während CDU/CSU (26–28 %) und AfD (23–26 %) die Umfragen anführen.
Roger Lewentz, ehemaliger SPD-Landesvorsitzender, stimmt zu, dass die Partei eine Vorsitzende braucht, die sich ganz auf die SPD konzentrieren kann – ohne Regierungsamt. Er betont, die SPD müsse ihre Kernwerte, insbesondere die soziale Gerechtigkeit, wieder stärker in den Vordergrund stellen, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Aktuelle Umfragen, die Pistorius' Beliebtheit direkt mit anderen Personen vergleichen, gibt es zwar nicht. Doch der allgemeine Abwärtstrend der SPD spiegelt eine breite Unzufriedenheit mit der aktuellen Ausrichtung wider.
Die Führungsdebatte in der SPD kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Interne Gräben und sinkende Umfragewerte prägen die Diskussion. Schröder-Köpfs Vorstoß für Rehlinger als alleinige Vorsitzende und Pistorius als Vizekanzler deutet auf einen möglichen Strategiewechsel hin. Die nächsten Schritte der Partei werden zeigen, ob es ihr gelingt, ihre Lage vor den kommenden Wahlen noch zu wenden.






