Spritpreise steigen um 20 Prozent – Ökonom Südekum warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Fatima TrubinSpritpreise steigen um 20 Prozent – Ökonom Südekum warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Die Spritpreise an deutschen Tankstellen sind um etwa 20 Prozent explodiert und lösen Sorgen über mögliche gesamtwirtschaftliche Folgen aus. Der renommierte Ökonom Jens Südekum hat sich zu der Lage geäußert und sowohl die bevorstehenden Herausforderungen als auch die Grenzen staatlicher Eingriffe aufgezeigt.
Südekum bezeichnete das jüngste Entlastungspaket für Kraftstoffpreise als angemessene Reaktion auf den drastischen Preisanstieg. Die aktuellen Maßnahmen seien angesichts des Ausmaßes der Preissprünge verhältnismäßig, betonte er. Gleichzeitig warnte er jedoch davor, dass der Staat nicht als pauschaler Schutzschild gegen jede Preisschwankung fungieren könne.
Der Wirtschaftswissenschaftler wies darauf hin, dass die steigenden Energiekosten sich auf die gesamte Wirtschaft auswirken könnten – von höheren Lebensmittelpreisen bis hin zu einer zunehmenden Belastung der Haushalte. Seine Bedenken beschränken sich dabei nicht auf den Sprit: So verknüpfte er die Iran-Krise mit dem Risiko weiterer Inflation und einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums.
Falls sich die Energiekrise weiter zuspitzt, schlug Südekum vor, Deutschland könnte sich an Luxemburg orientieren, um zusätzliche Lösungsansätze zu finden. Allerdings betonte er, dass nicht jeder kleinere wirtschaftliche Schock – und schon gar nicht jeder – vollständig durch öffentliche Mittel abgefedert werden könne oder solle.
Der 20-prozentige Anstieg der Spritpreise hat die Regierung bereits zum Handeln veranlasst, doch Südekuems Aussagen deuten auf schwierigere Zeiten hin. Angesichts steigender Inflationserwartungen und gefährdeten Wirtschaftswachstums könnte sich die Debatte bald darauf konzentrieren, wie Deutschland reagiert, falls der Energiedruck anhält.






