Strompreise fallen durch Ökostrom-Überfluss – doch Gas bleibt teuer und riskant
José MartinStrompreise fallen durch Ökostrom-Überfluss – doch Gas bleibt teuer und riskant
Strompreise in Deutschland sinken durch Überangebot an Ökostrom
Die Strompreise in Deutschland gehen aufgrund eines Überangebots an erneuerbaren Energien zurück. Teilweise führt dies sogar zu negativen Preisen, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. Nun prüfen die Aufsichtsbehörden Maßnahmen, um das Problem zu lösen und den Markt zu stabilisieren.
Regulierungsbehörde signalisiert Bereitschaft zum Eingreifen
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, zeigte sich offen für staatliche Eingriffe. Gleichzeitig warnte er, dass Gas nach wie vor ein teurer Rohstoff bleibe und sparsam eingesetzt werden sollte.
Der Rückgang der Stromkosten ist vor allem auf den wachsenden Anteil günstiger Wind- und Solarenergie in Deutschland zurückzuführen. Wenn die Erzeugung aus erneuerbaren Quellen ihren Höhepunkt erreicht, können die Preise ins Negative rutschen – dann müssen Produzenten Verbrauchern sogar Geld zahlen, um überschüssige Energie abzunehmen.
Müller schlug mögliche Lösungsansätze vor, etwa den Ausbau von Speicherkapazitäten oder den Wechsel von festen Einspeisevergütungen hin zu einer direkten Vermarktung von Ökostrom an der Börse. Solche Änderungen könnten helfen, Angebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen.
Gaspreise bleiben volatil – aber nicht mehr so extrem wie nach Kriegsbeginn
Bei Gas mahnte Müller, dass künftige Verträge zwar mit Preiserhöhungen verbunden sein könnten, diese aber nicht mehr so drastisch ausfallen dürften wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die meisten Haushalte profitieren noch von ursprünglichen Preisgarantien, die zwölf Monate oder länger gelten. Die Behörde schließt jedoch nicht aus, dass die Rechnungen steigen, sobald diese Verträge auslaufen.
Müller betonte erneut, dass Gas ein wertvoller Rohstoff bleibe, und rief zu einem verantwortungsvollen Umgang auf, um Verschwendung und weitere Kostendruck zu vermeiden.
Die Bundesnetzagentur erwägt derzeit Optionen, um extreme Preisschwankungen bei Strom zu verhindern. Anpassungen bei den Gaspreisen hängen von den anstehenden Vertragsverlängerungen ab. Verbraucher sind zwar vorerst durch bestehende Garantien geschützt, doch könnten sich die langfristigen Kosten ändern, sobald sich die Marktbedingungen weiterentwickeln.






