18 April 2026, 14:26

Tausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit

Eine Black-Lives-Matter-Aktivistin spricht in ein Mikrofon an einem Podium mit einer Tafel, vor einer Menge mit Schildern.

Tausende protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt und fordern Gerechtigkeit

Große Demonstration gegen sexualisierte Gewalt in Hamburg

Am Samstagabend fand in Hamburg eine große Protestkundgebung gegen sexualisierte Gewalt statt. Tausende versammelten sich vor dem Rathaus, um Gerechtigkeit für Betroffene zu fordern. Viele teilten dabei ihre eigenen Erfahrungen mit Missbrauch. Die Veranstaltung folgte auf jüngste Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes, die erst eine Woche zuvor öffentlich über ihre Erlebnisse gesprochen hatte.

Fernandes trat vor die Menge, geschützt durch eine schusssichere Weste und von Polizeikräften umgeben. Sie hatte Todesdrohungen erhalten, nachdem sie ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, des Missbrauchs beschuldigt hatte. Trotz der Gefahren rief sie andere Frauen dazu auf, ihr Schweigen zu brechen und sich gegen Gewalt zu erheben.

Die Demonstration zog eine große Zahl an Teilnehmenden an: Die Veranstalter schätzten 22.000 Menschen, die Polizei sprach von 17.000. Viele hielten Schilder und Transparente hoch, während das Rathaus im Hintergrund beleuchtet war. Weitere Betroffene berichteten auf der Bühne von ihren eigenen Gewalterfahrungen und forderten Veränderungen.

Die bekannte Aktivistin Luisa Neubauer unterstützte die Bewegung in einer Rede und forderte Bundeskanzler Olaf Scholz auf, stärkeren Schutz für Betroffene zu gewährleisten. Die Kundgebung endete mit Sprechchören von Frauen, die darauf bestanden, dass Täter endlich Konsequenzen tragen müssten.

Die Demonstration in Hamburg ist Teil einer bundesweiten Protestwelle. Ähnliche Veranstaltungen fanden bereits in Berlin und Köln statt, weitere sind in München geplant. Der Protest unterstreicht die wachsende Forderung nach Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Betroffene wie Fernandes setzen sich trotz Drohungen und Gegenwind für strukturellen Wandel ein. In den kommenden Wochen sind weitere Kundgebungen in anderen Großstädten zu erwarten.

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