Volkswagen kämpft mit Überproduktion und schwacher Investorenstimmung bei Elektroautos
Nikolaus FreudenbergerVolkswagen kämpft mit Überproduktion und schwacher Investorenstimmung bei Elektroautos
Volkswagens spätes Engagement bei Elektroautos belastet das Unternehmen mit Überproduktion und schwacher Investorenstimmung
Trotz höherer Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Europa als Tesla hat der Konzern in den vergangenen zehn Jahren massive Kursverluste hinnehmen müssen. Der Autokonzern steht nun unter wachsendem Druck, seine schwindende Marktposition wiederherzustellen.
Volkswagen hatte die Produktion von Elektroautos ausgeweitet, ohne die Nachfrage ausreichend zu prüfen. Dieser Fehltritt trug zu einem Rückgang des Aktienkurses um 52,6 % seit 2014 bei – während der DAX im selben Zeitraum um 104 % stieg. Die Vorzugsaktie des Unternehmens notiert derzeit mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,64 für 2025 und nur 3,89 für 2026.
2024 erzielte Volkswagen einen Umsatz von 324 Milliarden Euro, doch die Marktkapitalisierung liegt bei lediglich 45,2 Milliarden Euro. Auch der Gewinn pro Aktie sank, mit einer Prognose von 15,90 Euro für 2025. Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 10,7 Milliarden Euro – mehr als Teslas 8,4 Milliarden US-Dollar –, doch dies konnte die Stimmung an den Märkten nicht verbessern.
Das Land Niedersachsen, größter Volkswagen-Aktionär, hat kürzlich Mitglieder der Grünen in den Aufsichtsrat entsandt. Unterdessen verzeichneten Konkurrenten wie Siemens Energy und die Commerzbank spektakuläre Kurserholungen. Die Aktie von Siemens Energy stieg seit Ende 2022 von 8 auf 96 Euro, während der Commerzbank-Kurs nach einer Restrukturierung und gestiegenen Zinserträgen von 3 Euro im Jahr 2020 auf über 31 Euro kletterte.
Volkswagen bleibt zwar Europas führender Anbieter von Elektroautos, doch die finanziellen Probleme offenbaren tiefgreifendere Herausforderungen. Mit sinkenden Gewinnen pro Aktie und einer schrumpfenden Marktbewertung muss das Unternehmen seine Produktions- und Nachfragestrategie überarbeiten. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob neue Führungskräfte und strategische Weichenstellungen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen können.






