30 June 2026, 04:15

Volkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 100.000 Jobabbau bis 2035

Aufsichtsrat will Sparpaket durchsetzen, auch gegen Nein des Kontrollgremiums

Volkswagen plant radikale Umstrukturierung mit 100.000 Jobabbau bis 2035

Volkswagen plant eine umfassende Umstrukturierung, um finanzielle und wettbewerbsbedingte Herausforderungen zu bewältigen. Sollte sich die Performance des Konzerns nicht schnell verbessern, droht eine Herabstufung der Bonitätsnote. Nachlassende Nachfrage und sinkende Marktanteile zwingen den Autobauer zu drastischen Maßnahmen.

Das Unternehmen hat im Vergleich zur Konkurrenz bei der Elektrifizierung und Digitalisierung seiner Fahrzeugpalette zurückgelegen. Dies führte zu rückläufigen Verkäufen und einem schrumpfenden Marktanteil. Um die Kosten zu senken, beabsichtigt Volkswagen, Teile der Produktion nach Osteuropa zu verlagern, wo die Löhne deutlich niedriger sind.

Im Rahmen des Restrukturierungsplans sollen die Kernmarke VW und die Komponentensparte zu eigenständigen Einheiten werden. Zudem wird das Modellangebot von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge halbiert. Bis zu 65.000 zusätzliche Stellenstreichungen sind möglich – zusätzlich zu den bereits angekündigten 50.000 Entlassungen. Bis 2035 könnte die Gesamtzahl der Arbeitsplatzabbau weltweit damit über 100.000 betragen.

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Vier Werke sollen im Zuge der Neuausrichtung geschlossen werden. Um Liquidität zu beschaffen, könnte der Konzern Vermögenswerte wie Ducati und Europcar veräußern. Zudem plant Volkswagen, seinen Anteil an Traton von 87 auf 75 Prozent zu reduzieren. Falls der Aufsichtsrat die Pläne blockiert, will Vorstandschef Oliver Blume eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um sie durchzusetzen.

Ziel der Umstrukturierung ist es, die Finanzen von Volkswagen zu stabilisieren und die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Ohne tiefgreifende Veränderungen droht eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Der Plan wird bis 2035 die Geschäftsaktivitäten, die Belegschaft und die Eigentumsstruktur des Konzerns grundlegend verändern.

Quelle