Volkswagen-Vorstände kassieren 50 Millionen – und ernten heftige Kritik
Fatima TrubinVolkswagen-Vorstände kassieren 50 Millionen – und ernten heftige Kritik
Die Vorstandsmitglieder von Volkswagen verdienten 2017 mehr als im Vorjahr. Ihre Gesamtbezüge stiegen auf rund 50,3 Millionen Euro – ein Anstieg gegenüber 39,5 Millionen Euro im Jahr 2016. Die Erhöhung löste Kritik von Politikern aus und entfachte eine öffentliche Debatte über Managergehälter.
Konzerchef Matthias Müller erhielt mit über 10,1 Millionen Euro die höchste Vergütung, nach 7,25 Millionen Euro im Jahr 2016. Das Unternehmen hatte im selben Jahr ein neues Vergütungssystem eingeführt, das eine Obergrenze von 10 Millionen Euro für den Vorstandsvorsitzenden und 5,5 Millionen Euro für andere Vorstandsmitglieder festlegte. Leistungsabhängige Boni wurden zudem an strengere Kriterien geknüpft und an die künftige Geschäftsentwicklung gebunden.
Müller verteidigte die hohen Bezüge mit dem Verweis auf die erheblichen rechtlichen Risiken des Amtes. Die Führung eines Großkonzerns bedeute, „immer einen Fuß im Gefängnis“ zu haben, so der Manager. Zudem verwies er auf die volkswirtschaftliche Bedeutung von Volkswagen und bezeichnete die Debatte als ein emotionales Thema in Deutschland.
Die Gehaltserhöhungen stießen auf scharfe Reaktionen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich überrascht über die Steigerungen. Verkehrsminister Andreas Scheuer kritisierte die Entscheidung und forderte mehr Sensibilität von der Unternehmensführung. Zwar begrenzte das neue Vergütungssystem die Vorstandsgehälter nach oben, ermöglichte aber weiterhin beträchtliche Einkommen.
Müllers Rechtfertigung konzentrierte sich auf die Verantwortung und die Risiken des Postens. Politische Vertreter äußerten weiterhin Unverständnis über den Zeitpunkt und das Ausmaß der Erhöhungen.
