23 March 2026, 16:22

Vom belarussischen Koch zum Baustellenhelfer: Pavels harter Neuanfang in Deutschland

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund mit der Aufschrift "Was unser Freihandel bedeutet - britischer Granitarbeiter - Die Fair-Wages-Klausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Vom belarussischen Koch zum Baustellenhelfer: Pavels harter Neuanfang in Deutschland

Ein 36-jähriger Koch aus Belarus kündigte seinen Job, um im Ausland neue Chancen zu suchen. Seine erste Station war ein Lager in der Nähe von Köln, wo er schnell auf harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne stieß. Bereits nach einer Woche zogen er und ein Freund weiter nach Hamburg, auf der Suche nach besseren Verdienstmöglichkeiten und Lebensumständen.

Pavel hatte seine erste Stelle über eine polnische Zeitarbeitsfirma gefunden, die auf Instagram warb. Die Lagerarbeit nahe Köln wurde nach Akkord bezahlt – belarussische Beschäftigte verdienten dort zwischen 1.100 und 1.300 Euro im Monat, weniger als ihre türkischen Kollegen. Die Unterkünfte waren heruntergekommen: Leere Bierflaschen lagen im Hostel verstreut, und unter den Bewohnern war starker Alkoholkonsum verbreitet.

Die Reise nach Deutschland war beschwerlich gewesen. Pavel und sein Freund fuhren zunächst mit dem Bus nach Warschau, bevor sie mit einem privaten Fahrer weiterreisten. Schon nach wenigen Tagen beschlossen sie, das Lager hinter sich zu lassen.

In Hamburg fanden sie Arbeit als Hilfskräfte auf einer Baustelle. Der Lohn begann bei sieben Euro pro Stunde, stieg später auf acht Euro. Der Wechsel bedeutete für sie den Schritt von prekären Lagerbedingungen zu etwas stabileren, wenn auch bescheidenen Einkünften.

Exakte Zahlen zu belarussischen Arbeitsmigranten in Deutschland fehlen. Zwar berichten Medien über irreguläre Migrationsrouten über Polen – zwischen Anfang 2023 und Mitte 2024 wurden über 3.000 Hilfegesuche registriert –, doch offizielle Daten zu legaler Beschäftigung in Logistik oder Baugewerbe sind rar. Viele erleben wiederholte Grenzübertritte, Zurückweisungen und bürokratische Hürden, bevor sie Deutschland erreichen.

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Pavels Geschichte steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen belarussische Arbeiter in Deutschland konfrontiert sind. Von schlecht bezahlten Lagerjobs bis hin zu Baustellen mit etwas höheren Löhnen bleibt die Suche nach Stabilität ein anhaltender Kampf. Für viele bedeutet der Weg nicht nur wirtschaftliche Not, sondern auch die Bewältigung komplexer migrationspolitischer Hindernisse.

Quelle