Wie ein Programm von Sandy Hook Promise fast 400.000 Warnmeldungen von Schüler:innen erhielt
José MartinWie ein Programm von Sandy Hook Promise fast 400.000 Warnmeldungen von Schüler:innen erhielt
Ein Programm zur Verhinderung von Schulgewalt hat seit seinem Start fast 395.000 Hinweise erhalten. Unter dem Namen Say Something ("Sag was") schult es Schüler:innen darin, Warnsignale zu erkennen und Bedenken anonym zu melden. Die Initiative wurde von einer Mutter ins Leben gerufen, die ihr Kind bei einem der tödlichsten Schulamokläufe der USA verlor.
Nicole Hockley gründete das Say Something-Programm 2014 – zwei Jahre, nachdem ihr sechsjähriger Sohn Dylan beim Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School getötet worden war. Betrieben wird das System von der gemeinnützigen Organisation Sandy Hook Promise. Es vermittelt Schüler:innen, wie sie Anzeichen für mögliche Gewalt, Selbstverletzung oder andere Gefahren bei Mitschüler:innen erkennen. Anschließend werden sie ermutigt, anonym über eine App, eine Website oder eine Telefonhotline Hinweise zu geben.
Das Meldesystem des Programms wird rund um die Uhr von geschulten Krisenberater:innen betreut. Ernsthafte Bedrohungen werden an die örtliche Polizei oder Schulverantwortliche weitergeleitet, die dann handeln. Seit dem Start wurde das Programm tausenden Schüler:innen in den USA vorgestellt; Lehrkräfte in allen 50 Bundesstaaten erhielten Schulungen, wie sie die Inhalte vermitteln können.
Die meisten Hinweise betreffen Mobbing, Drogenkonsum, Belästigung und Selbstverletzung. Einige führten jedoch zu direkten Eingriffen: 2021 half ein anonymer Tipp der Polizei, einen Schüler in Indiana festzunehmen, der mit einem Schulamoklauf zum Jahrestag des Massakers von Parkland gedroht hatte. Ein weiterer Hinweis verhinderte im selben Jahr, dass ein anderer Schüler einen geplanten Angriff ausführte.
Schüler:innen, die mit regelmäßigen Lockdown-Übungen und Nachrichten über Amokläufe aufwuchsen, beschreiben das Programm oft als beruhigend. Es gibt ihnen die Möglichkeit, aktiv zu werden, wenn sie etwas Beunruhigendes bemerken – statt sich ohnmächtig zu fühlen.
Laut Sandy Hook Promise hat das Say Something-Programm dazu beigetragen, Schulamokläufe und Suizide zu verhindern. Mit fast 400.000 bearbeiteten Hinweisen wird das System weiter ausgebaut und bietet Schüler:innen ein Werkzeug, um Besorgnis erregende Vorkommnisse zu melden, bevor sie eskalieren. Schulen und Strafverfolgungsbehörden nutzen die Informationen, um auf Bedrohungen zu reagieren, bevor Schaden entsteht.






