28 March 2026, 14:30

Apothekerin verliert 25.000 Euro durch gefälschte Merck-Rechnung – wer haftet?

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen als Kostenfaktor für Familien benennt.

Apothekerin verliert 25.000 Euro durch gefälschte Merck-Rechnung – wer haftet?

Eine Apothekeninhaberin in Deutschland steht vor einem Verlust von 25.000 Euro, nachdem sie Opfer eines Rechnungsbetrugs geworden ist, der sich gegen Merck-Kunden richtet. Carolin Schleußinger, Betreiberin der Marien-Apotheke in Roding, erhielt eine scheinbar seriöse Rechnung – doch später stellte sich heraus, dass es sich um eine Fälschung handelte.

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Schon im vergangenen Jahr begannen Apotheken in ganz Deutschland vermehrt gefälschte Rechnungen zu erhalten, die angeblich von Merck stammten. Die betrügerischen Dokumente enthielten manipulierte Bankdaten, darunter Konten mit Sitz in Spanien. Schleußinger prüfte die Rechnung sorgfältig, konnte jedoch zunächst keine Unstimmigkeiten erkennen.

Nach der Begleichung der gefälschten Rechnung schickte sie ihre Kontoauszüge an Merck. Das Unternehmen forderte daraufhin erneut die Zahlung ein und behauptete, die erste Transaktion sei ungültig gewesen. Später bestätigte Merck, dass Cyberkriminelle die IT-Systeme von Apotheken angegriffen und Rechnungen so verändert hatten, dass Zahlungen auf fremde Konten umgeleitet wurden.

Schleußinger weigert sich, der zweiten Forderung nachzukommen, und argumentiert, dass nicht die Systeme ihrer Apotheke, sondern die von Merck gehackt wurden. Sie hat Anzeige bei der Polizei erstattet und strebt rechtliche Schritte an. Trotz inzwischen auf dem Merck-Webshop angezeigter Warnungen kritisiert sie das Unternehmen für mangelnde Kommunikation und fehlende Transparenz.

Offizielle Zahlen, wie viele deutsche Apotheken von ähnlichen Betrugsfällen betroffen sind, gibt es nicht. Allerdings deuten allgemeine Berichte auf einen Anstieg von Risikomeldungen im Arzneimittelbereich hin. So sahen sich im März 2026 rund 1.200 Apotheken mit Rückforderungsansprüchen wegen Probleme mit Chargennummern konfrontiert. Schleußinger befürchtet zudem, Merck könnte ihr künftig Medikamentenlieferungen verweigern, solange der Streit nicht beigelegt ist.

Der Vorfall bringt Schleußinger in die Gefahr, dieselbe Rechnung zweimal zahlen zu müssen. Merck hat die Cyberangriffe zwar eingeräumt, aber nicht öffentlich bekannt gegeben, wie viele Unternehmen betroffen sind. Die Apothekerin kämpft weiterhin um Aufklärung und warnt andere davor, Rechnungsdetails nicht gründlich zu prüfen.

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