Bahnfunk-Ausfall: Schienengüterverkehr fordert scharfe Konsequenzen für DB InfraGO
Nikolaus FreudenbergerBahnfunk-Ausfall: Schienengüterverkehr fordert scharfe Konsequenzen für DB InfraGO
Bundesspartenverband Schienengüterverkehr fordert Konsequenzen nach bundesweitem Ausfall des GSM-R-Funknetzes
Der Bundesspartenverband Schienengüterverkehr (BSL) hat nach dem flächendeckenden Zusammenbruch des digitalen Bahnfunksystems GSM-R dringenden Handlungsbedarf angemahnt. Der Verband verwies auf wiederholte Störungen und strukturelle Schwächen im deutschen Schienennetz. Geschäftsführerin Neele Wesseln kritisierte die DB InfraGO scharf, weil das Unternehmen die operativen Herausforderungen nicht wirksam in den Griff bekomme.
Als Beispiel für die Missstände nannte der Verband das mehrtägige Chaos an Christi Himmelfahrt in Norddeutschland. Zudem führte er die mangelhafte Erreichbarkeit in Fahrplanbüros und Leitstellen als weiteren Beleg für systemische Versäumnisse an. Beim jüngsten Funkausfall hätten zudem Notfallprotokolle nicht wie vorgesehen funktioniert, hieß es aus der Branche.
Wesseln betonte, dass diese Probleme Lieferketten belasteten und die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln schwächten. Der Verband forderte die Bundesregierung auf, die Aufsicht über die DB InfraGO zu verschärfen. Zudem solle der Verkehrsausschuss des Bundestags die aktuellen Störungen priorisieren und Maßnahmen zur Stabilisierung der Infrastruktur ergreifen.
Um die anhaltenden Probleme zu lösen, schlug der Verband die Schaffung eines unabhängigen Bundesamts für Schieneninfrastruktur vor. Diese neue Behörde sollte die Steuerung und Kontrolle der DB InfraGO übernehmen. Ziel des Vorhabens ist es, künftige Ausfälle zu verhindern und die Zuverlässigkeit des deutschen Schienennetzes nachhaltig zu verbessern.
