Geistliche beten täglich vor Prozess um Mord an Ahmaud Arbery
Geistliche der Episkopalkirche und andere religiöse Würdenträger in Georgia versammeln sich seit Tagen täglich vor dem Gerichtsgebäude des Glynn County. Während des Prozesses gegen drei weiße Männer, die beschuldigt werden, im Februar 2020 den schwarzen Jogger Ahmaud Arbery getötet zu haben, halten sie friedliche Gebete ab. Die Gruppe möchte damit Solidarität und Zusammenhalt während der Verhandlung zeigen.
Die überkonfessionelle Initiative Glynn Clergy for Equity formierte sich 2020 als Reaktion auf die öffentliche Empörung über Arberys Tod. Mittlerweile sind rund 75 Geistliche beteiligt. Der Prozess gegen Gregory McMichael, Travis McMichael und William Bryan – ihnen wird Mord vorgeworfen – begann am 18. Oktober 2021 mit der Geschworenenauswahl.
Am 5. November 2021 versammelten sich etwa 15 Mitglieder zum Gebet, kurz vor den Eröffnungsplädoyers. Seit Prozessbeginn ist die Gruppe regelmäßig vor dem Gericht präsent. Arberys Tod hatte landesweit Entsetzen ausgelöst und 2020 die Debatte über rassistische Ungerechtigkeit weiter angeheizt.
Der ehemalige Ermittler Gregory McMichael und sein Sohn Travis hatten der Polizei gegenüber erklärt, sie hätten Arbery mit einem Pick-up verfolgt, weil sie ihn der Beteiligung an Einbrüchen in der Gegend verdächtigt hätten. Travis McMichael erschoss Arbery später mit einer Schrotflinte – wie auf einem Handyvideo zu sehen ist. Erst nach Veröffentlichung des Videos wurden die McMichaels im Mai 2020 festgenommen.
Der Prozess soll voraussichtlich zwei Wochen dauern. Die Geistlichen setzen ihre tägliche Präsenz als „Zeugnis und Gebet“ vor dem Gericht fort. Ihre Anwesenheit unterstreicht die anhaltende Betroffenheit der Gemeinschaft über den Fall und seine übergreifende Bedeutung.
