Berlin setzt auf IBA 2034 statt Olympia – ein strategischer Stadtentwicklungsplan
José MartinBerlin setzt auf IBA 2034 statt Olympia – ein strategischer Stadtentwicklungsplan
Berlin wird von 2034 bis 2037 seine dritte Internationale Bauausstellung (IBA) ausrichten. Die Entscheidung des Berliner Senats stößt bei Stadtplanern und Architekten auf Zustimmung. Viele sehen darin die Chance, die Zukunft der Hauptstadt ohne die Unsicherheiten einer Olympiabewerbung zu gestalten.
Mit der Priorisierung der IBA gegenüber einer möglichen Bewerbung für Olympische Spiele oder eine Weltausstellung vollzieht der Senat einen strategischen Kurswechsel. Während die Spiele noch in einer frühen Konzeptphase stecken, sind für die IBA bereits konkrete Planungen im Gange. Die Veranstaltung knüpft an zwei frühere Ausgaben in den späten 1950er- und späten 1980er-Jahren an, die beide nachhaltige Spuren in der Stadt hinterließen.
Der Architekten- und Ingenieurverein Berlin-Brandenburg (AIV) begrüßt den Beschluss. Vorstandsmitglied Tobias Nöfer bezeichnet die IBA als Gelegenheit, drängende städtische Herausforderungen anzugehen – insbesondere entlang des S-Bahn-Rings. Der AIV sieht in diesem Übergangsbereich zwischen Innenstadt und Stadtrand großes Transformationspotenzial.
Befürworter der Olympischen Spiele und der Expo argumentieren, dass sich alle drei Großveranstaltungen ergänzen könnten. Doch Berlins Koalitionsspitzen zeigen sich zurückhaltender. Zwar stehen für die IBA noch keine internationalen Partner fest, doch frühere Kooperationen – wie etwa die deutsch-französische Städtepartnerschaft – könnten als Vorbild für künftige Projekte dienen.
Die IBA soll drei Jahre lang laufen, beginnend 2034. Ihre Unterstützer sehen darin die Möglichkeit, neue Maßstäbe in der Stadtplanung zu setzen. Vorerst bedeutet die Senatsentscheidung, dass die Bauausstellung voranschreitet, während andere Großprojekte in der Schwebe bleiben.






