10 May 2026, 16:20

Caritas warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen der Pflegeversicherung

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Caritas warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen der Pflegeversicherung

Reformen der Pflegeversicherung stoßen auf Kritik des Caritasverbandes

Die geplanten Reformen des deutschen Pflegeversicherungssystems sorgen beim Caritasverband, dem größten Wohlfahrtsverband des Landes, für scharfe Kritik. Eva Maria Welskop-Deffaa, die Präsidentin der Organisation, warnt, dass die vorgeschlagenen Änderungen die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnten. Da Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Mitte Mai einen Reformentwurf vorlegen will, wachsen die Bedenken gegenüber möglichen Kürzungen und steigenden Eigenanteilen.

Ein zentraler Diskussionspunkt ist die geplante Verlängerung der Wartezeit für die Senkung der Eigenbeteiligung bei stationärer Pflege. Statt wie bisher nach zwölf Monaten in einer Einrichtung sollten die Kosten erst nach 18 Monaten sinken. Welskop-Deffaa argumentiert, dass diese Maßnahme zwar kurzfristig Geld spare, langfristig jedoch das bewährte gestufte Entlastungsmodell untergrabe. Zudem bestehe die Gefahr, dass Betroffene Vermögen vorab auf Angehörige übertragen, um die Regelungen zu umgehen – was die Fairness des Systems gefährden könnte.

Der Caritasverband betont die dringende Notwendigkeit einer besseren Unterstützung für pflegende Angehörige, die nach wie vor den Großteil der Betreuung leisten. Welskop-Deffaa fordert, dass die Reformen nicht zu Kürzungen in Bereichen wie der beitragsfreien Familienmitversicherung, den nach Kinderzahl gestaffelten Beitragssätzen oder der Rentenabsicherung für unentgeltlich Pflegende führen dürfen. Das Bundesverfassungsgericht hatte bereits entschieden, dass der Generationenausgleich in der Pflegeversicherung stärker zu berücksichtigen ist als in anderen Zweigen der Sozialversicherung.

Das aktuelle System basiert in hohem Maße auf der Solidarität zwischen den Generationen, doch tragen Familien oft erhebliche finanzielle und emotionale Lasten. Welskop-Deffaa plädiert dafür, die Eigenanteile für stationäre Pflege einzufrieren – weitere Erhöhungen würden Haushalte, die bereits mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, zusätzlich belasten.

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Ziel der Reformvorschläge ist es, die finanziellen Spannungen im Pflegesystem zu entschärfen. Kritiker befürchten jedoch, dass die Verlängerung der Wartezeit für reduzierte Beiträge und der unzureichende Schutz pflegender Angehöriger neue Probleme schaffen könnten. Der für Mitte Mai erwartete Entwurf wird zeigen, ob die Anpassungen die Belastung für Pflegebedürftige und ihre Familien verringern – oder weiter verschärfen.

Quelle