Ehepaar soll 1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen haben
Nikolaus FreudenbergerEhepaar soll 1,9 Millionen Euro aus Kemptener Parkuhren gestohlen haben
Prozess in Kempten: Fast 1,9 Millionen Euro aus Parkuhren gestohlen
In Kempten hat der Prozess um den Diebstahl von knapp 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Im Mittelpunkt stehen ein 40-jähriger Mitarbeiter der Stadtverwaltung und seine 38-jährige Ehefrau, die laut Anklage über mehr als ein Jahrzehnt hinweg gemeinsam öffentliche Gelder veruntreut haben sollen. Beide sitzen seit ihrer Festnahme im vergangenen November in Untersuchungshaft.
Der Mann, der für die Wartung der Parkuhren zuständig war, soll über Jahre hinweg systematisch Bargeld aus den Automaten entwendet haben. Seine Frau soll ihm dabei geholfen haben, die Beute zu waschen – indem sie die Gelder auf verschiedene Konten einzahlte oder in Geschenkgutscheine umwandelte. Das betrügerische System flog erst auf, als eine Bank im November 2025 ungewöhnliche Transaktionen meldete.
Nach der Entdeckung leitete die Stadt Kempten eine Prüfung des Parksystems ein. Sämtliche Schlösser der Parkuhren wurden ausgetauscht, und die Wartungsaufgaben wurden an einen externen Dienstleister übertragen. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Rückerstattung der gestohlenen Gelder.
Offiziell dokumentierte weitere Änderungen bei der Überwachung der Parkhäuser oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen – abgesehen von den neuen Wartungsverträgen – gibt es bisher nicht.
Der Prozess geht unterdessen weiter, während die Staatsanwaltschaft auf die Einziehung des gesamten illegal erwirtschafteten Geldes drängt. Das Ehepaar bleibt bis auf Weiteres in Haft, während das Gericht die Beweislage prüft. Die Behörden haben bereits Vorkehrungen getroffen, um künftige Betrugsfälle zu verhindern, indem sie die Kontrollen über das Parkgebührensystem verschärft haben.






