30 March 2026, 22:23

Experten schlagen radikale Reformen für die gesetzliche Krankenversicherung vor – 60 Milliarden Euro Einsparungen geplant

Blauer Plakat mit der Überschrift "Gesetz zur Gesundheitsversorgung in Zahlen: 14,5 Millionen Menschen haben sich für den Versicherungsschutz angemeldet" mit begleitendem Text und Bildern.

Experten schlagen radikale Reformen für die gesetzliche Krankenversicherung vor – 60 Milliarden Euro Einsparungen geplant

Eine Expertenkommission der Bundesregierung hat 66 Maßnahmen vorgeschlagen, um das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem zu stabilisieren. Der Plan zielt darauf ab, bis 2030 bis zu 60 Milliarden Euro einzusparen – deutlich mehr als die prognostizierte Finanzlücke von 15 Milliarden Euro. Die Linke kritisiert die Empfehlungen jedoch scharf und bezeichnet sie als ein "Sparpaket auf Kosten der Versicherten".

Die Fachkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stellte ihren Bericht diese Woche in Berlin vor. Zu den zentralen Vorschlägen gehört die Deckelung der Erstattungen für Ärzte, Kliniken und Medikamente in Abhängigkeit von den Versicherungseinnahmen, wodurch 5,5 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Weitere 12 Milliarden Euro sollen durch die vollständige Steuerfinanzierung der Krankenkassenbeiträge für Bürgergeld-Empfänger generiert werden. Zudem sollen die Zuzahlungen für Medikamente von bisher 5 auf 7,50 Euro (Mindestbetrag) bzw. von 10 auf 15 Euro (Höchstbetrag) steigen, während homöopathische Behandlungen künftig nicht mehr erstattet werden.

Die Kommission betont, dass 37 Milliarden Euro eingespart werden könnten, ohne die Patientenversorgung zu beeinträchtigen. Die Linke hingegen wirft den Reformen vor, vor allem normale Versicherte zu belasten. Parteichef Sören Pellmann nannte die Pläne "viele bittere Pillen", die Familien und Geringverdiener besonders hart treffen würden.

Die Linke wies zudem darauf hin, dass Spitzenverdiener im Vergleich zu Durchschnittsarbeitnehmern einen geringeren Anteil ihres Einkommens in das System einzahlen. Die Partei fordert, dass Vermieter und Großinvestoren stärker zur Kasse gebeten werden, und plädiert für ein gerechteres Finanzierungsmodell. Ihre eigenen Vorschläge umfassen die Abschaffung der beitragsfreien Familienmitversicherung, Kürzungen bei den Zuschüssen für Zahnersatz sowie in einigen Fällen höhere Zuzahlungen der Patienten.

Der Bericht der Expertenkommission geht nun an die politischen Entscheidungsträger. Sollten die Reformen beschlossen werden, würden sie das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem in den kommenden sechs Jahren grundlegend umgestalten. Die Linke hat bereits angekündigt, sich für alternative Finanzierungslösungen einzusetzen – mit Fokus auf höhere Beiträge von Vermögenden und Immobilienbesitzern.

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