31 March 2026, 12:35

EZB legt Notfallplan gegen explodierende Energiepreise und Inflationsrisiken vor

Plakat mit der Überschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: Der obere Abschnitt erläutert die Auswirkungen des Gesetzes und der untere Abschnitt zeigt eine visuelle Darstellung in blauen und grünen Tönen.

EZB legt Notfallplan gegen explodierende Energiepreise und Inflationsrisiken vor

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen klaren Plan vorgelegt, um die steigenden Energiepreise in den Griff zu bekommen, die durch den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran ausgelöst wurden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte eine dreistufige Strategie vor, nachdem die Ölpreise die bisherigen Prognosen deutlich übertroffen hatten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines Anstiegs des Brent-Ölpreises von 75 auf über 115 US-Dollar pro Fass im März – weitere Spitzenwerte werden erwartet.

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Als ersten Schritt plant die EZB, kurzfristige Preisschocks bei Energie zu ignorieren. Die Notenbank geht davon aus, dass ein zu schnelles Reagieren auf vorübergehende Preissprünge mehr schaden als nützen könnte, da politische Maßnahmen oft mit Verzögerung wirken. Dieser Ansatz soll unnötige Anpassungen vermeiden, wenn die Preiserhöhungen nur von kurzer Dauer sind.

Der zweite Teil der Strategie sieht kleinere politische Korrekturen vor, falls die Inflation das EZB-Ziel überschreitet, aber voraussichtlich nur vorübergehend bleibt. Eine abgestufte Reaktion käme nur infrage, wenn der Preisanstieg ohne langfristige Folgen wieder abebbt. Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, verglich den Entscheidungsprozess mit einem strukturierten Modell, bei dem in jeder Sitzung abgewogen wird, ob vorsichtig oder entschlossen gehandelt werden muss.

Die dritte und strengste Maßnahme greift, wenn die Inflation droht, über Jahre deutlich über dem Zielwert zu bleiben. Im schlimmsten Szenario der EZB könnte ein tieferer Energieschock die Eurozone in eine leichte Rezession stürzen, mit Stagnation bis Ende 2026 und nur einer langsamen Erholung bis 2028. Unter diesen Bedingungen würden anhaltend hohe Gesamt- und Kerninflation eine kraftvolle und nachhaltige geldpolitische Antwort erfordern.

Die aktuellen Ölpreise haben die früheren Prognosen der EZB bereits übertroffen. Der Brent-Preis erreichte im März Spitzenwerte von fast 120 US-Dollar, und die Vorhersagen deuten auf weitere Steigerungen auf 125 bis 150 US-Dollar im April hin. Auch die Heizölpreise in Deutschland stiegen seit Ende 2025 um 40 Prozent auf 133 Euro pro 100 Liter. Trotz des starken Anstiegs liegen die Preise jedoch noch unter dem Eurozone-Rekord von 147,50 US-Dollar pro Fass aus dem Jahr 2008.

Die Szenarien der EZB berücksichtigen zudem, wie Unternehmen und Haushalte auf die höheren Kosten reagieren könnten. Unterschiedliche Annahmen zu Ausgabenkürzungen, Lohnforderungen und Investitionsverschiebungen prägen die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen.

Die Strategie der EZB balanciert zwischen Zurückhaltung und Handlungsbereitschaft, falls die durch Energie getriebene Inflation anhält. Die Ölpreise liegen derzeit nahe dem 95. Perzentil der erwarteten Werte – weit über den üblichen Schwankungsbreiten. Angesichts des Konflikts im Nahen Osten, der die Kosten weiter in die Höhe treibt, werden die nächsten Schritte der Bank davon abhängen, wie lange die Inflation erhöht bleibt und ob die Wirtschaft Anzeichen einer dauerhaften Belastung zeigt.

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