28 March 2026, 18:28

Frauen prägen Apotheken – doch Lohnungleichheit und Teilzeit bremsen sie aus

Eine Europakarte, die den Gender-Equality-Index 2017 zeigt, mit farblich kodierten Regionen nach Gleichstellungsgrad und erklärendem Text auf der linken Seite.

Frauen prägen Apotheken – doch Lohnungleichheit und Teilzeit bremsen sie aus

Frauen dominieren den Apothekensektor in Deutschland – doch viele kämpfen mit Ungleichheit bei Bezahlung und Aufstiegschancen

Neue Zahlen aus dem Jahr 2024 zeigen: Fast neun von zehn Beschäftigten in öffentlichen Apotheken sind weiblich. Trotz ihrer starken Präsenz bleiben Herausforderungen wie Teilzeitarbeit und niedrigere Löhne in der Branche bestehen.

Laut den aktuellsten Daten sind 2024 89,2 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken Frauen. Bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) liegt der Frauenanteil sogar bei 97,5 Prozent, bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) bei 96,6 Prozent. Auch unter den Pharmaziestudierenden im Praktikum (PhiP) sind 74,8 Prozent weiblich. Bei approbierten Apothekerinnen und Apothekern zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier sind 74,1 Prozent Frauen.

Viele von ihnen reduzieren ihre Arbeitszeit oder bleiben in Teilzeitstellen – oft wegen Pflegeverpflichtungen. Studien zufolge übernehmen Frauen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Hausarbeit und den Löwenanteil der Pflege von Angehörigen. Diese ungleiche Verteilung schränkt häufig ihre Karrierechancen und ihr Einkommenspotenzial ein.

Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa – dem Verband der Apothekenmitarbeiter – fordert eine stärkere Anerkennung der Leistungen von Frauen in der Branche. Sie plädiert für bessere Arbeitsbedingungen, darunter flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine gerechtere Rentenberechnung, die unbezahlte Care-Arbeit berücksichtigt. Aktuell verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer in vergleichbaren Positionen – eine Lücke, die in der Branche besonders problematisch ist.

Die vorliegenden Daten geben keine Auskunft über die Entwicklung der Geschlechterverteilung seit 2010 oder damit zusammenhängende politische Maßnahmen. Sie unterstreichen jedoch die anhaltenden Ungleichheiten bei Bezahlung, Arbeitsbelastung und Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen in Apotheken.

Da Frauen das Rückgrat der deutschen Apothekenbranche bilden, werden die Forderungen nach fairer Behandlung immer lauter. Flexiblere Arbeitsmodelle und eine bessere Anerkennung von Pflegezeiten in der Rente könnten helfen, die seit langem bestehenden Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Doch während der Sektor in hohem Maße von weiblicher Arbeitskraft abhängt, klafft zwischen dieser Realität und den weiterhin bestehenden Lohnunterschieden sowie Karrierehindernissen eine eklatante Lücke.

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